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Glosse

Interjektionitis

Somit hätten wir 2011 geschafft. Es war ja auch kaum auszuhalten: Der Lü­genbaron, die ent­schei­dungs­freu­di­ge Merkel oder dreiste Lob­by­ver­bän­de, die in Hinterzimmern wei­ter­hin die Demokratie aushebeln –  man hatte einfach minütlich den Drang, lauthals schreiend im Kreis zu rennen. Begleitet wurde unser Weh­klage-Zirkeltraining durch das pas­sende Hintergrundrauschen grau­si­ger Popheuler, bei denen der Te­le­tub­bies-Jingle wohl üble Spuren hin­terlassen hat.

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Brauni Banani

Die wohl gängigsten Seitenhiebe, die man als Ossi hin und wieder von seinen liebenswerten westdeutschen Mitstudenten zu hören kriegt, bewegen sich meist irgendwo im breiten Spektrum zwischen akutem Bananenmangel und glatzköpfigem Braunwucher. Doch gerade in letzter Zeit wird deutlich, dass sich Ost und West immer ähnlicher werden. Nicht nur kann der Osten nun als nahezu vollständig bananifiziert bezeichnet werden, auch der Westen hat jetzt endlich einen angemessenen Anteil an Eierköpfen und gewährt freimütig ostdeutschen Mördertrupps eine Deutschlandtournee.

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Mut zur Wahrheit

In Dresden soll also demnächst die Philosophie abgeschafft werden. Welch Frechheit! Seit Jahren arbeiten nun schon Sloterdijk und Co. mit verquastesten Nonsens-Sätzen an der öffentlichen Selbstzerschwurblung ihres Fachs und nun kommen ihnen ein paar popelige Ostsachsen zuvor. Dabei hat die akademische Philosophie ja durchaus auch klitzekleine Mini-Bereiche, denen man sowas wie Nützlichkeit zugestehen könnte, nur punkten diese mit ihrer klaren Sprache noch schlechter beim esoterikverwöhnten Publikum als obige Chefschwurbler.

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Mort De Rire

Gerne hätte Bernd Hilder dem krisengeschüttelten MDR aus der Patsche geholfen. Doch leider war sich selbst die alternde Politklüngelrunde im Rundfunkrat zu fein für den Schildbürgerstreich der sächsischen Staatskanzlei. Nun wird er also doch kein Intendant und die hiesige Anstalt rundfunkt führungslos in den Oktober hinein. Schade sei dies - so zumindest Hilders gewohnt ausführliche Reaktion.

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Doofer Sommer

Niemand will es ja so recht zugeben, aber sagen wir es doch mal wie es ist: Sommer ist einfach doof. Im Park und am See balgen sich viel zu viele mäßig attraktive Menschen halbnackt darum, wer mit dem schönsten Melanom nach Hause gehen darf, zu Hause planschen studierende Menschen gemütlich in der eigenen Schweißlache und bezeichnen den Zustand nahe dem thermischen Hirntod ernsthaft noch als Prüfungsvorbereitung und in der Uni werden hibbelig die Minuten gezählt bis man endlich wieder nach Hause oder an den See kann. Toll.

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Strategiewechsel

Den großen Würstchen-Coup hatten die Juristen geplant, als sie direkt vor der Mensa am Park gegen die schreckliche Bevormundung beim Veggie-Tag protestierten. Mit dem Klassiker „Häckseltier im Eigendarm“ servierten sie ein wahres Feinschmeckergericht für all jene, die ohne stündlichen Fleischverzehr wohl elend zu Grunde gehen müssten. Offensichtlich leiden aber nicht allzu viele am zwanghaften Tierverzehrsyndrom, weshalb sich weniger als die Hälfte der Würste verkauften.

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Weiße Weste

Achja, der Frühling. Das Schlendern auf dem Campus führt bei den angenehmen Mai-Temperaturen doch mehr und mehr zu guter Stimmung, weshalb modebewusste Frühlingsstudenten dies auch gern mal durch angemessene Kleidung unterstreichen. Schlichtes Weiß gilt dabei als die absolute Trendfarbe – dies suggerieren ihnen zumindest die modebewussten Medienlieblinge aus Rom, London und Abottabad.

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