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Perspektive

Der Politiker Steinbrück und seine Peer-Group

[Online-Exklusiv] Ein Kommentar zur Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Peer Steinbrück an der Uni Leipzig

Die Theologievorlesung endet Punkt 10 Uhr. Gerade wurde noch über den abentheuerlichen Simplicissimus Teutsch referiert, ist es diesen Freitag auch schon mal eine drei viertel Stunde eher Schluss. Recht zügig verlassen Studierende und Dozent den Saal. Ein paar Studenten, die auf den Zapfenstreich genau den Hörsaal betraten, nehmen in den ersten Reihen platz. Da tauchen auch schon mehrere gut gekleidete, junge Menschen - keine älteren Jugendlichen mehr, eher spät-junge Erwachsene - auf, wuseln um das Rednerpult und flüstern einander zu.

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Bittere Wohltätigkeit

Pädophilen helfen heißt, möglichen Opfern zu helfen

Es ist schwer, dem Gedanken gerecht zu werden, Pädophilen eine Chance zur Hilfe zu gewähren. Immer wieder schleicht sich der leise Verdacht ein, dass die Opfer keine Möglichkeit hatten, sich den sexuellen Übergriffen des Täters zu entziehen. Warum sollte man dann den Tätern die Chance zur Läuterung gewähren und sie nicht stattdessen einsperren? Wie lassen sich Hilfsmaßnahmen gegen Pädophilie rechtfertigen, wenn die Tat schon durch das Gesetz bereits ihren negativen Charakter erhält?

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Schön schlau

Erotisches Kapital? Ja, bitte!

Da geht, oder besser stöckelt sie: Der Rock ist kurz, der Ausschnitt tief, das Haar lang und höchstwahrscheinlich blondiert.  Diese Person wird dir, lieber Leser,  als deine neue Chefin vorgestellt. Was denkst du nun?

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Gesichtslos

Ich bin ein Unbekannter, identitätslos, da nicht präsent. Ich bin uninformiert, komme nach der Zeit. Ich stehe außen, gehöre nicht dazu. Und doch habe ich mir mein Exil selbst gewählt. Ich bin nicht bei Facebook! Eine kommunikative Bankrotterklärung. Wer nicht dabei ist, kann nicht mitreden. Wo war wer mit wem wann?  Wann ist irgendwo was los? Facebook-Abstinenz verursacht ein Informationsdefizit. Mein werter Redaktionskollege wird nicht müde, mich mit „Stand doch bei Facebook“ darauf hinzuweisen.

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Vorlesungen im Flecktarn

Alternative Bildungswege: Studieren bei der Bundeswehr oder als Reservist im Hörsaal

Denkt man an ein Studium bei der Bundeswehr, fallen einem zuallererst Begriffe wie Gehorsam, Gleichschritt und Disziplin ein. Doch wie viel Militarismus steckt eigentlich im studentischen Alltag an den beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München? Sind die zu absolvierenden sieben Trimester bis zum Bachelor-Abschluss straff durchorganisiert oder bleibt Zeit, der studentischen Freiheit zu frönen? Ich war selbst Soldat der Bundeswehr, habe dann aber ein Studium an der Universität Leipzig begonnen.

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Brauni Banani

Die wohl gängigsten Seitenhiebe, die man als Ossi hin und wieder von seinen liebenswerten westdeutschen Mitstudenten zu hören kriegt, bewegen sich meist irgendwo im breiten Spektrum zwischen akutem Bananenmangel und glatzköpfigem Braunwucher. Doch gerade in letzter Zeit wird deutlich, dass sich Ost und West immer ähnlicher werden. Nicht nur kann der Osten nun als nahezu vollständig bananifiziert bezeichnet werden, auch der Westen hat jetzt endlich einen angemessenen Anteil an Eierköpfen und gewährt freimütig ostdeutschen Mördertrupps eine Deutschlandtournee.

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Inzest

Mit das Beste an unserer pluralistischen Kultur ist für mich die Möglichkeit, über alles rumnörgeln zu können. Besonders über Dinge, die eigentlich niemanden interessieren, so wie Curling oder Halle an der Saale. Oder eben über alte, dumme Gesetze. So habe ich neulich erst erfahren, dass es nach §173 StGB tatsächlich saftige Haftstrafen für blutsverwandte Erwachsene gibt, die einvernehmlichen Verkehr haben. Da nörgelte ich prompt. Ich bin da spießig: Aus so was soll der Staat die Finger raushalten!

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Bolognese

Bachelor müssen reformierten Abschluss-Unsinn auslöffeln

Die Unternehmen sind unzufrieden mit den Bachelorabsolventen. Wie eine Studie ergeben hat, brauchen diese eine längere Einarbeitungszeit und sind weder so gut im analytischen Denken, noch in den sozialen Kompetenzen wie die Absolventen alter Studiengänge, also Diplomer und Magister.

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Medizin für alle?

Sich einen Studienplatz erklagen: Sinnlos und unfair

Länger auf einen Studienplatz zu warten, als das Studium in der Regel dauert: Das scheint paradox, ist aber immer öfter der Fall. Nur weil man nicht den besten Abiturschnitt erreicht hat, soll man also auf sein Wunschstudium verzichten? Widerspricht das nicht der Verfassung, die jedem Bürger freie Berufswahl zusichert?

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Arbeiterkinder im Abseits?

Wer als Erster seiner Familie ein Studium beginnt, hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen

Der Hörsaal ist voll. Richtig voll. Soll heißen, zu voll, um noch einen Sitzplatz erhaschen zu können. Aber immerhin hat Freya den Hörsaal überhaupt gefunden. Das will was heißen, denn die Orientierung in ihrer neuen Heimatstadt Dresden ist ihr am Anfang schwer gefallen. Freya Umbach ist 22 und studiert Kunst und Englisch auf Lehramt. Sie ist die Erste in ihrer Familie, die eine Hochschule besucht. „Als ich auf das Gymnasium kam, wusste ich schon, dass ich studieren will. Was genau, entschied ich allerdings erst recht spät“, erinnert sie sich.

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