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Zwischen Studium und Nebenjob

Von tückischen Kontoauszügen und dem Ende des Geldes

Puh, doch noch geschafft! Zwar knapp, aber ich sitze im Seminar. Der Weg von Engelsdorf in die City war anstrengend. Eben hatte ich noch ein paar Tausend Euro in der Hand und nun sitze ich in der Uni, noch immer in Arbeitsuniform. Manche schauen mich komisch an, aber für mich ist das nur ganz normaler Unialltag - Alles zwischen Studium und meinem Nebenjob als Kassierer. Ich bekomme kein Bafög. Oder besser gesagt, ich wollte keines. Stattdessen entschied ich mich fürs Jobben. Ich kam nach Leipzig und überlegte, was ich arbeiten könnte, das vielleicht auch noch etwas mit meinem Studium zu tun hat. Aber ich suchte vergebens und dachte mir: „Egal, letztlich kommt es darauf an, dass Geld reinkommt.“

Die klassischen Studentenjobs findet man ja in Supermärkten oder ähnlichen Einrichtungen. Daran habe ich auch gedacht und als ich erstmal einen Job gefunden hatte, stellte sich schon die nächste Frage: Wird am Ende des Geldes noch immer zu viel Monat übrig sein? Im Großen und Ganzen sollten mir circa 400 Euro aber doch reichen.

Außerdem bekommt ja jeder Student Kindergeld. Ich kriege es immer direkt auf mein Konto und so habe ich immerhin mindestens 184 Euro sicher im Monat. Bei mir deckt dies die Miete ab. Also musste ich mit dem Nebenjob an der Kasse ,nur’ noch Lebensmittel und das Studium selbst finanzieren.

Ich hatte bereits zuvor in einem Baumarkt und einem Supermarkt gearbeitet und so fiel mir der Start leicht. Die Zeiten ließen sich stets gut mit den Vorlesungen verbinden und die Chefs waren sehr flexibel, da Studenten gern gesehene Arbeitskräfte sind. Ich hatte feste Arbeitszeiten und einen festen Stundenlohn. Ich bekam also jeden Monat das gleiche Gehalt.

Es variierte manchmal, da in einem Monat die Stunden nicht voll ausgeschöpft wurden und in dem anderem schon, aber im Großen und Ganzen stand immer dieselbe Zahl auf meinem Kontoauszug. Damit konnte ich immer fest kalkulieren.

Hatte ich weniger Stress an der Uni, konnte ich auch mal vorarbeiten. Meine Teamleiterin vermerkte die Stunden und ich musste in Prüfungszeiten dafür seltener ran, aber das volle Gehalt bekam ich trotzdem.
In den Semesterferien hatte ich natürlich besonders viel Zeit, jedoch in diesen zehn oder zwölf Wochen genug Geld für ein ganzes Semester zu verdienen, ist anstrengend. Zumal auch die eine oder andere Hausarbeit geschrieben werden will. Mein persönliches Argument dagegen war aber, dass es einfach zu verlockend war, soviel Geld auf einmal auf dem Konto zu haben und es am Ende für Dinge zu verprassen, die ich mir sonst nicht kaufen würde. Deshalb arbeitete ich lieber kontinuierlich.

Neben den gesetzten 400 Euro gibt es natürlich noch Möglichkeiten, sich etwas dazu zu verdienen. Zum Beispiel als Umzugshelfer. Das gibt Bares auf die Hand. Dabei kann es passieren, dass man einen Stundenlohn von 25 Euro bekommt. Ein Kumpel und ich haben einmal drei Massivholzschränke in eine Wohnung getragen und dafür jeder 25 Euro bekommen. Das war für einen Stunde Arbeit ein guter Verdienst.
Klar, einige Studenten haben mehr Zeit als andere. Da kommt einem schnell in den Kopf, man könne ja sogar zwei feste Nebenjobs machen. Diese Idee hatte ich auch mal. Es war nur ein wenig komplizierter, als es auf den ersten Blick schien.

So hatte ich letzten Juli zwei sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Im September kam daraufhin eine Statusänderung der Krankenkasse ins Haus geflattert, weil ich so mehr als 400 Euro im Monat verdient hatte. Die Beiträge erhöhten sich und ich hatte auch mehr Abzüge als vorher. Das ganze lohnt sich also erst bei circa 200 Euro Mehrverdienst. Natürlich sind da schon alle Beträge abgezogen, was bedeutet, ich habe mehr gearbeitet, aber nicht viel mehr Geld verdient.

Und bei alledem darf nicht vergessen werden, dass das Studium der Lebensmittelpunkt sein soll und nicht der Nebenjob. Das muss ich mir also noch mal gründlich überlegen. So oder so kann die Anstrengung des Jobbens während des Studiums es aber auch wert sein. Immerhin kann ich meinen Kindern später erzählen: Euer Vater hat sich sein Studium selbst finanziert. Dafür lohnt es sich doch!

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