Die Tage werden kürzer, die Abende im trauten Heim beschaulicher und Weihnachten steht vor der Tür. Endlich Zeit, mit Freunden und Familie mal wieder ganz klassisch ein Gesellschaftsspiel zu spielen. Die student!-Redaktion hat für euch getestet, was selbst die langweiligste Familienfeier aufpeppt und welches Spiel ihr doch lieber im Regal stehen lassen solltet.
Isla Dorada
3 bis 6 Spieler, circa 37 Euro
Beim abenteuerlichen Expeditionsspiel „Isla Dorada“ sind die Spieler auf einer tropischen Insel mit zahlreichen Schätzen gestrandet. Diese gilt es nun zu bergen. Obwohl jeder Spieler andere Schatzkarten in Punkte umwandeln und somit zu anderen Orten muss, kann die Gruppe nur gemeinsam reisen. Der Weg wird durch gegenseitiges Überbieten bestimmt. Wer am meisten Abenteuerkarten opfert, entscheidet über das nächste Etappenziel. Wer zu einem Ort mit seinem Schatz gelangt, bekommt Punkte. Aber Vorsicht! Alle Spieler können auch Fluchkarten ziehen, die ihnen in bestimmten Städten Minuspunkte auferlegen. Sieger ist, wer am Ende der Reise die meisten Punkte gesammelt hat.
Erfolg oder Niederlage hängen bei „Isla Dorada“ sehr von den gezogenen Abenteuerkarten ab. Störend wirkt zudem die Fülle an Sonderkarten, die gerade beim ersten Spielen viel Verwirrung stiften kann. Die Komplexität des Strategiespiels sorgt jedoch dafür, dass „Isla Dorada“ auch nach mehrmaligem Spielen nicht langweilig wird. Die verschiedenen Reiseziele und Sonderkarten sorgen für immer neue Überraschungen und jede Menge Dynamik.
Christopher Geißler
Wer Wo Was
Ab 2 Spieler, circa 16 Euro
Das Spielprinzip von „Wer Wo Was“ ist denkbar einfach: Zeichne drei Begriffe, bestehend aus einem Wesen, einer Tätigkeit und einem Ort, und lass sie von deinen Mitspielern erraten. Das klingt einfacher als es ist. Die Bandbreite der Begriffe kann dafür sorgen, dass die Spieler zum Beispiel einen surfenden Tiger in einem Tunnel malen müssen. Für jeden erratenen Begriff erhalten der Zeichner und die ratenden Mitspieler einen Punkt. Ob seines simplen Spielprinzips eignet sich „Wer Wo Was“ auch als spaßiges Partyspiel und bietet den Spielern die Möglichkeit, den Picasso in sich zu entdecken. Einziger Wermutstropfen ist der Preis.
Christopher Geißler
Blockers
2 bis 5 Spieler, circa 20 Euro
Plane! Blocke! Und gewinne! Dies ist das Motto von „Blockers“, einer Mischung aus Scrabble und Mau-Mau. Die Felder auf dem Spielbrett sind senkrecht nach Buchstaben und waagerecht nach Zahlen geordnet. Zusätzlich teilen sie sich in Bereiche mit neun unterschiedlichen Symbolen auf. Jeder Spieler hat Spielsteine, die jeweils zu den Symbolen, Zahlen und Buchstaben passen. Im Spiel selbst versuchen alle Spieler, nacheinander ihre Steine zu legen, möglichst lange Steinreihen zu bilden, den Gegenspieler zu blockieren und selbst nicht blockiert zu werden. Nach 30 Minuten ist der Spaß vorbei, doch war es lediglich „ganz nett“. Entgegen der Entwicklerangaben überwiegt das Glück die tatsächlichen strategischen Möglichkeiten. Spannung? Fehlanzeige bei „Blockers“.
Knut Holburg
Vertippt nochmal!
3 bis 6 Spieler, circa 13 Euro
Wer gern stringent denkt, ist bei „Vertippt nochmal!” verloren. Das Ratespiel verlangt von den Spielern häufig, mehrfach um die Ecke zu denken. Es besteht aus Begriffskarten, auf deren Vorderseite ein später zu erratendes Substantiv steht. Auf der Rückseite finden sich jeweils fünf Adverben oder Adjektive, die als Tipps verwendet werden. Zwölf der Karten werden mit den Ratebegriffen nach oben in die Mitte des Tisches gelegt. Die Mitspieler bestimmen nun eine Karte, die der Ratende mit Hilfe ihrer Tipps herausfinden muss. Leider sind die Hinweise oft irreführend, denn die Begriffe auf den Kartenrückseiten passen meist überhaupt nicht zu den gesuchten Wörtern. So kann „trocken” schonmal der beste Tipp für „Unterhose” und „mobil” der entscheidende Hinweis für „Ohrenschmalz” sein.
„Vertippt nochmal!” hat dennoch einen hohen Unterhaltungswert und ist wegen seines einfachen Spielprinzips auch hervorragend für Partyabende geeignet.
Robert Briest
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