Peer Steinbrück (SPD) ist neuer Honorarprofessor an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Leipzig. Steinbrück ist Mitglied des Bundestages (MdB) und war von 2005 bis 2009 Bundesfinanzminister. Seine Antrittsvorlesung am 9. Dezember wird er zum Thema „Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Europäischen Währungsunion“ halten. „Mit der Bestellung von Herrn Steinbrück zum Honorarprofessor wird einerseits das Lehr- und Forschungsspektrum im Bereich der öffentlichen Finanzen auf eine breitere Basis gestellt. Zum anderen bietet seine langjährige politische Tätigkeit einen reichen Erfahrungsschatz politischen Entscheidens und Handelns. Diese Erfahrungen können für die Implikation wissenschaftlicher Erkenntnissen in die Praxis, aber auch für die praxisnahe Ausbildung der Studierenden genutzt werden“, heißt es in einem Schreiben der Fakultät.
Die Leipziger CDU-Abgeordnete Bettina Kudla erhebt Zweifel an der Vereinbarkeit von Steinbrücks Professur mit seiner Abgeordnetentätigkeit: „Es stellt sich die Frage, ob seine Mandatsausübung im Mittelpunkt seiner Tätigkeit, wie es im Abgeordnetengesetz des Bundestags gefordert wird, steht. Peer Steinbrück hat bei vielen Bundestagssitzungen gefehlt, während er am selben Tag privat Vorträge hielt.“ Die Nebeneinkünfte für seine umfangreiche Vortragstätigkeit, außerhalb der Tätigkeit als Abgeordneter, betrügen mehrere hunderttausend Euro. Für seine Tätigkeit an der Uni Leipzig dürfte Steinbrück wohl kein Geld erhalten. Der Titel Honorarprofessor leitet sich vom englischen „honorary“ ab, was für ehrenamtlich steht.
Die Antrittsvorlesung findet am 9. Dezember um 11.15 Uhr im Hörsaal 3 des Hörsaalgebäudes statt.
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