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Houston, das war's!

Texas-Korrespondent Florian Martin über Höhen und Tiefen

Rund ein Jahr ist es jetzt her, es war der 14. Juni 2010, als ich Leipzig und Deutschland verlassen habe, um ein neues Leben in Amerika anzufangen. Nachdem ich das Jahr zuvor meine texanische Freundin Jessica geheiratet habe, die ich 2007 während meines Austauschjahrs an der University of Houston kennen gelernt hatte, bestand ich meine letzte Magisterprüfung im März 2010 und war damit bereit für... naja, erstmal Hartz IV. Zumindest bis das mit meiner Einwanderung geklärt war.

In Houston angekommen, hieß es dann einen Job finden. Und das erwies sich als leichter gesagt, als getan. Zwar hatte ich nach drei Monaten einen Freelancer-Job für AOL gefunden, der war aber alles andere als ein Einkommensgarant. Und so machte ich erstmal ein unbezahltes Teilzeit-Praktikum bei Houston Public Radio, eigentlich für Studenten gedacht. Gleichzeitig bewarb ich mich weiter erfolglos bei Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen, PR-Abteilungen, Universitäten und sogar Starbucks.

Während der ganzen Zeit wohnten wir bei Jessicas Mutter in einem Vorort, wo absolut nichts los ist. Nur mit Jessicas Lehrer-Einkommen konnten wir es uns eben nicht leisten, in unsere eigene Wohnung zu ziehen. Jessica durchlief derweil das verfluchte erste Jahr einer Lehrerin in den USA mit wenig Schlaf, kaum Freizeit und viel Frustration.

Aber wir hatten auch schöne Momente – Kinder erschrecken an Halloween, Thanksgiving in Washington und ein Wochentrip nach Austin zum Beispiel. Und letzten Februar war es dann endlich soweit: Ich hatte meinen ersten Fulltime-Job und arbeite seitdem als Reporter für die Houston Community Newspapers (neuerdings als Online-Reporter). Kurz darauf zogen wir dann endlich aus den Suburbs und dem Haus der Schwiegermutter aus und in unsere eigene Wohnung, direkt außerhalb der Wolkenkratzer und dennoch umgeben von Grün. Ein Hund ist Teil des neuen Glücks. Der Job und Umzug trugen viel dazu bei, dass ich mich endlich mehr zu Hause und vor allem richtig angekommen fühle. Seit ich denken kann, will ich in Amerika leben und bin mehrmals für längere Zeit in die USA gereist. Aber erst durch diese Reise, von der ich nicht weiß, wo und ob sie je enden wird, habe ich Heimweh empfunden und schätze ich meine alte Heimat, Deutschland.

Diese Kolumne wird vorerst meine letzte sein. Nach einem Jahr schließt sich der Kreis und ich habe  alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Ich danke meinen treuen Lesern und student! dafür, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, durch meine Kolumne mit Leipzig in Kontakt zu bleiben. Jetzt muss ich mir was anderes einfallen lassen, damit ich mein Deutsch nicht verlerne.

Goodbye und liebe Grüße aus Houston, Texas!

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