Sie sind hier

Fairtrade Town Leipzig

Stura-AG mit konsumkritischer Führung

Leipzig darf sich seit Ende September als 54. Stadt in Deutschland Fairtrade-Town nennen. Der Titel wird vom Verein Transfair an Orte vergeben, die eine Reihe von Kriterien für einen gerechten Handel erfüllen. So darf bei Sitzungen der Stadt beispielsweise nur noch fair gehandelter Kaffee serviert werden. Es musste eine lokale Steuerungsgruppe gegründet und Bildungsveranstaltungen zu der Thematik organisiert werden. Zudem stand die Kommune vor der Aufgabe, gewerbliche Partner zu finden, die in ihren Geschäften oder Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Dies gelang Leipzig mit Bravour: „Mit 135 Läden und Gastronomiebetrieben hat Leipzig deutlich mehr faire Handelspartner, als für die Erlangung des Titels vorgeschrieben. Das ist ein gutes Ergebnis und es zeigt, dass das Bewusstsein, sich auch im Alltag für eine faire Globalisierung einsetzen zu können, wächst“, äußerte sich Oberbürgermeister Burkhard Jung anlässlich der Titelverleihung.

Einen wichtigen Anteil daran, dass Leipzig nun das Label „Fairtrade Town“ führen darf, hat die Arbeitsgemeinschaft Konsum Global des StudentInnenRats (Stura) der Uni Leipzig, die seit Jahren konsumkritische Veranstaltungen organisiert. „Wir wollen es nicht bei dem Erreichten belassen“, meint Romina Drees, Mitglied der Gruppe und mahnt die Fortsetzung des eingeschlagenen Weges an. Sie kenne es aus anderen Städten, wo nach der Titelvergabe meist „wenig passierte, so dass die Arbeit nur noch zur Nebensache wurde." Mit einem Aufruf „Was bedeutet 'fairer Handel' für uns in Leipzig?“ an die Stadt und die Leipziger Bewohner versuchen sie weiter, für ihre Sache zu werben und darauf aufmerksam zu machen, dass „der globale Handel unfair ist“, so Romina.

Praktische Aufklärung leistet Konsum Global, in dem sie zweistündige konsum- und globalkritische Stadtrundgänge durch Leipzig organisiert. Dabei informieren die Aktivisten die Teilnehmer über ihr tägliches Konsumverhalten und deren Folgen: Wofür bezahlen wir beim Turnschuhkauf wirklich, was kostet ein Handy, macht Schokolade glücklich, und wenn ja: Wen? Darüber hinaus versuchen sie, in Zwiegesprächen mit den Teilnehmern einen aktiven Austausch zu fördern. Ihre Ausführungen illustrieren sie mit Bildern und Statistiken. Den Fokus ihrer Öffentlichkeitsarbeit richtet die Gruppe derzeit verstärkt auf Schulen und Stadtfeste. Auf der Vorstellungsstraße des Sturas am 27. Oktober wird Konsum Global versuchen, Studenten für das Problem eines fairen Handels zu sensibilisieren.

Weitere Infos zu den Rundgängen von Konsum Global und zum Projekt der Fairtrade Town findet ihr auf: konsumgloballeipzig.blogsport.de und www.fairtrade-leipzig.de.

Ausgabe: 
Ressort: 

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <span> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Jede E-Mailadresse wird so verschleiert, dass sie für Menschen lesbar und verständlich bleibt. Wenn JavaScript aktiviert ist, wird sie durch eine spamsichere anklickbrare Verknüpfung ersetzt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.