Dem Paul-Flechsig-Institut der Universität Leipzig ist ein entscheidender Durchbruch in der Alzheimer-Forschung gelungen. Zusammen mit einem Hallischen Biotechnologie- Unternehmen erforschen die Wissenschaftler seit zwei Jahren den krankhaften Prozess von Proteinablagerungen im Gehirn, der durch spezielle Aminosäure-Ketten, die sogenannten Amyloid-Peptide, verursacht wird. Verantwortlich dafür ist das Enzym Glutaminyl-Zyklase, das die Peptide über die Nervenbahnen in das Gehirn transportiert. In gesunden Gehirnen sind diese Peptide für das Erinnern und das Lernen zuständig.
Bei Alzheimer-Patienten habe der „Transport nun in Echtzeit beobachtet“ werden können, so Forschungsleiter Steffen Roßner. Dies sei das erste Mal gewesen, „dass im Gehirn von Alzheimer-Patienten der Zusammenhang zwischen diesem Enzym und dem bösartigen Amyloid nachgewiesen wurde.“ Dabei stellte sich heraus, dass die Peptide sich bei zu hoher Konzentration oder zu langsamen Abbau verstärkt verklumpen. Dies führt wiederum dazu, dass sie schwerer abbaubar oder toxisch werden und so das typische Krankheitsbild von Alzheimer verursachen.
Nach diesem Erfolg planen die Wissenschaftler bereits den nächsten Schritt. Dabei wollen sie die Bildung des bösartigen Amyloids durch die dosierte Verabreichung von Medikamenten hemmen, um so die krankhafte Ablagerung zu verhindern. Das Hallische Biotechnologie-Unternehmen arbeitet bereits an der Entwicklung eines passenden Wirkstoffes. Dazu würden klinische Untersuchungen durchgeführt, die testen, „wie gut die entsprechenden Medikamente vom Körper aufgenommen werden“ und „wie gut sie im Gehirn wirken“, aber auch „welche Nebenwirkungen sie haben“, so Roßner.
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