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Das wird mein Jahr

Rezension

Sascha Langes zweiter Roman ist ein DDR-Erlebnisbericht. Das Anfang dieses Jahres erschienene „Das wird mein Jahr” handelt vom Abhauen und Ankommen, Rückwenden und Suchen in der Wendezeit.

Neben den geschichtlichen Abläufen thematisiert er die Suche nach dem Persönlichen und der steten Suche nach einem Platz in der neuen Gesellschaft, ein kulturelles und geschichtliches Zeugnis für die Jahre der Wende.

Friedemann Blumenstrauß, genannt „Blume“, lebt als 18-Jähriger in der Messestadt Leipzig und ist begeistert von der Westkultur. Diese Begeisterung teilt er mit seinen Freunden Andi, Anke und Katrin, die dieser Leidenschaft nachgeben und in die Bundesrepublik flüchten.

Nach dem Fall der Mauer tritt Blume am 10. November die Reise von seiner Grünauer Plattenbauwohnung aus in das verheißungsvolle Land BRD an. Dort angekommen durchlebt Blume alle Stadien der neuen Freiheit: Konsumgesellschaft auf Pump, Akzeptanzprobleme, Gefühle des Alleinseins, Urlaub in Italien, Cannabis-Zucht und vieles mehr.

Der Autor schafft es, die vielseitigen Facetten der Wendeproblematik zu verarbeiten und bleibt dabei immer authentisch. Die Charaktere bleiben auf Grund ihrer Beschreibungen und Verhaltensweisen stets vage, was eine Identifikation mit den selbst durchlebten Erfahrungen ermöglicht. Die Sprache der Figuren gibt zudem den Einfluss der westlichen Kultur auf die Sprache der DDR wieder.

Komplementiert wird dieses Bild durch die Kapitel, die nach Titeln von berühmten 80er-Jahre-Bands benannt sind. Alles in allem ist dem Autor Sascha Lange ein authentisches und gut gezeichnetes Stück Zeitgeschichte gelungen, das die flüchtenden, daheimgebliebenen und suchenden Bürger des sich vereinenden Deutschlands skizziert, mit all ihren Sorgen, Hoffnungen, Nöten und Wünschen.

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