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Bolognese

Bachelor müssen reformierten Abschluss-Unsinn auslöffeln

Die Unternehmen sind unzufrieden mit den Bachelorabsolventen. Wie eine Studie ergeben hat, brauchen diese eine längere Einarbeitungszeit und sind weder so gut im analytischen Denken, noch in den sozialen Kompetenzen wie die Absolventen alter Studiengänge, also Diplomer und Magister.

Die Bologna-Reform und ihre Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse ist also durchgefallen. Das werden in Zukunft wohl noch mehr Studien beweisen. Die Bachelor-Studenten selbst wissen das schon seit langem. Schließlich sitzen sie im Auge des Orkans, erleben tagtäglich, wie die Universitäten mit der Umstellung völlig überfordert sind.

Die Krux des Problems ist, dass  die Studiengänge zu selten wirklich neu durchkonzipiert wurden. Zumeist änderten die Uni-Köche einfach die Kursnummern. Die Zutaten blieben dieselben. Also noch die Studienpläne von vier auf drei Jahre eingedampft, mit dem Messer die halbjährlichen Prüfungen gut zerhackt, mit dem international anmutenden Abschluss Bachelor gewürzt und fertig war die Bolognese.

An grundlegenden Problemen wurde nicht gearbeitet. Dass viele Studiengänge völllig überfüllt sind, dass die Hochschulen schon vor der Reform chronisch unterfinanziert waren - daran wurde nicht gearbeitet.

Eine gute Reform des Hochschulsystems hätte das alles jedoch berücksichtigen müssen. Genauso wie die Vergleichbarkeit und internationale Anerkennung von Studienabschlüssen und den sogenannten Credit Points, welche die Studenten sammeln. Auch heute müssen sich die Universitäten einzeln darum kümmern, dass Hochschulen im Ausland die Studienleistungen anerkennen, wenn die Studenten für ein Semester fortgehen. Bologna macht bei solchen unsinnigen Missständen keinen Unterschied.

Die Leidtragenden sind wie immer die Studenten. Und obwohl sie die verkochte Soße nicht zusammengerührt haben, müssen sie sie auslöffeln. Sie bekommen von den Arbeitgebern sogar noch eins oben drauf wie in der jüngsten Studie.

Doch diese brachte auch gute Nachrichten: Obwohl die Bachelor angeblich soviele Defizite zeigen, erhalten sie das gleiche Einstiegsgehalt wie Diplomer. Ihnen kann man deshalb nur raten, vorerst doch keinen Master zu machen, was aber 80 Prozent aller Studenten tun wollen.

Die Bachelorabsolventen sollten raus auf den Arbeitsmarkt und sich nicht mit weniger Geld abspeisen lassen als ihre akademischen Vorgänger. Wer das Turbo-Diplom abgelegt hat, was der Bachelor im Grunde ist, und damit die akademische Drei-Jahres-Schleuder überlebt hat, verdient wenigstens den Vorteil, dasselbe Geld zu bekommen wie einer, der regulär länger studieren durfte.

Und da sich die Studieninhalte kaum geändert haben, können die Bachelor schließlich nicht anders als genauso gut qualifiziert sein wie ihre Vorgänger. Das Gegenteil sollten wir uns nicht weismachen lassen, egal wie viele Studien von arbeitgebernahen Wirtschaftsinstituten noch kommen.

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