Mavis Gary (Charlize Theron) ist Ghostwriterin einer Jugendbuchserie, recht erfolgreich, aber nicht berühmt. Sie ist frisch geschieden, hat keinen geregelten Tagesablauf, frühstückt Cola und ernährt sich ansonsten nur von Mikrowellenessen. Nachts schläft sie bei Realityshows ein und findet keine Ideen für das abschließende Buch. Dabei sitzt ihr der Verleger schon im Nacken. Zudem beweist Mavis eine Trinkfestigkeit, die schon an Alkoholsucht grenzt, und reißt sich bei Stress gelegentlich die Haare aus. Keine Frage, diese Frau hat Probleme.
Eines Tages ploppt eine E-Mail in ihren trostlosen Alltag: Ihre Highschool-Jugendliebe Buddy ist Vater geworden. Doch anstatt diese Mail zu ignorieren oder zu löschen, entschließt sich Mavis, einen Koffer zu packen, ins Auto zu steigen und in ihre Vergangenheit zurückzufahren. Genauer gesagt in die Provinz Minnesotas, wo der Dresscode aus karierten Holzfällerhemden, Steppwesten und Basecaps besteht und man sich in der Freizeit in Fastfood-Restaurants trifft. Und warum tut sie das? Mavis will Buddy zurückerobern, einen glücklich verheirateten Mann, der gerade Vater geworden ist. Und so fragt man sich: Was stimmt mit dieser Frau nicht?
Es ist schon eine Weile her, dass Charlize Theron eine dermaßen nervige Rolle gespielt hat. 2001 war das, in „Sweet November“. In ihrem aktuellen Film „Young Adult“ ist der heimliche Star zum Glück ein anderer; nicht der etwas einfältige Buddy, auch nicht dessen sympathische Frau Beth, sondern der seit einem Überfall in der Highschool gehbehinderte Matt, gespielt von Patton Oswalt, bekannt als Spencer aus der Serie „King of Queens“. Matt wohnt in seinem alten Jugendzimmer, bastelt an Actionfiguren herum und betreibt eine Whisky-Schwarzbrennerei in der Garage. Er dient Mavis hauptsächlich als Zuhörer, Ratgeber und Gewissen und ist da, egal was sie verbockt.
Schwierig gestaltet sich die Frage nach dem Genre des Films. Für eine Komödie ist er zu ernst, für ein Drama zu locker. Vielleicht ein Porträt? Das Zuschauen bereitet jedenfalls nicht durchgängig Spaß. Auch wenn es hier und da etwas zu lachen gibt, macht der Film eher betroffen.
Der Gesamteindruck wird durch auffällige Produktplatzierungen gestört. Es ist sicher kein Zufall, dass alle Etiketten, selbst die der Grillsoßen und Salatdressings, den Zuschauer geradezu anlächeln. Was Mavis isst oder trinkt, womit Mavis telefoniert oder sich fortbewegt – man sieht es und kommt sich bisweilen wie in einem extralangen Werbespot vor.
„Young Adult“ ist nach „Thank You for Smoking“, „Juno“ und „Up in the Air“ der vierte Streich von Regisseur Jason Reitman. Leider vermag er es diesmal nicht, die großen Fußstapfen seiner eigenen Vorgänger auszufüllen.
Ab 23. Februar im Kino
(Plakat: Paramount)

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