Autoverfolgungsjagden, Explosionen, Schusswechsel und Bösewichte, wie sie im Buche stehen. Nein, wir befinden uns nicht im Derby zwischen Schalke und Dortmund, sondern mitten im neuen Actionfilm des Schweden Daniel Espinosa.
Der junge US-Geheimagent Matt Weston (Ryan Reynolds), verantwortlich für ein Safe House in Kapstadt, also eine spezielle Einrichtung für Geheimdienste, in der Zeugen, Verbrecher und ähnliches geschützt werden, muss auf den weltweit gesuchten Datenverkäufer und Ex-Agenten Tobin Frost (Denzel Washington) aufpassen. Jedoch ist eine Reihe von Bösewichten daran interessiert, Frost das Lebenslicht auszuknipsen. Das Safe House wird enttarnt und gestürmt, woraufhin Westons Aufgabe fortan darin besteht, Frost an einen sicheren Ort zu bringen. Dabei kommt er nebenbei noch einer Verschwörung auf die Spur. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel kreuz und quer durch und um Kapstadt, die einem keine Atempause mehr lässt.
In dem knapp zwei Stunden dauernden Film wird der Zuschauer mit Actionszenen nahezu bombardiert. Zwischen den Dialogbrocken, die den Darstellern hingeworfen werden, reihen sich Verfolgungsjagden und brutale, für eine FSK16 recht derbe Kampfszenen ununterbrochen aneinander. Teilweise könnte man annehmen, dass ‚Safe House‘ vom Schnellschnitt-Experten Tony Scott („Déjà Vu“, „Mann unter Feuer“) stammt, denn auch hier soll mit übersättigten Farben und Wackelkamera eine authentische und intensive Atmosphäre erzeugt werden. Leider nerven die Bilder aus der Handkamera schon nach kurzer Zeit, da man als Zuschauer viel zu oft – insbesondere bei den Kämpfen – die Übersicht verliert. Auch die vielen Actionszenen und schnellen Schnitte nutzen sich zu schnell ab, zumal die dünne 08/15-Handlung den Film nicht komplett tragen kann. „Safe House“ zeigt eindrucksvoll, dass gute Schauspieler und ein hohes Budget (über 80 Millionen Dollar) eine innovations- und einfallslose Story nicht kompensieren können. Einzig das erfrischende Südafrika-Szenario (wie bei „District 9“) hebt den Film ein bisschen vom Genre-Einheitsbei ab.
Krachende Verfolgungsjagden, eine farbenfrohe Optik, Kapstadt als Hauptschauplatz und ein Denzel Washington in guter Form retten den Film vor der totalen Bedeutungslosigkeit. Für einen spaßigen Kino-Nachmittag mit Freunden reicht es allemal, anspruchsvollere Cineasten sind hier aber fehl am Platze.
Ab 23. Februar im Kino
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