• Kultur
  • „Von der Szene für die Szene“

    Natalie Stolle

    Der Leipziger Hip-Hop-Award Skillz wird dieses Jahr zur Convention mit Workshops und Diskussionen. Die Veranstaltung wurde von April auf September verschoben ─ wegen finanzieller Schwierigkeiten.

    Der Name „Skillz“, der auf das englische Wort skills (Fähigkeiten) zurückgeht, verrät, dass sich das gleichnamige ehrenamtliche Hip-Hop-Projekt aus den unterschiedlichsten Talenten zusammensetzt. Seit 2015 existiert die Leipziger Community, die während eines Biers geboren und seitdem ebenso wie die Anzahl ihrer Mitglieder stetig gewachsen ist. Hip Hop – damals eher eine Subkultur und nicht weit verbreitet in Leipzig. Gerade das sollte sich durch das Projekt langfristig ändern. 2019 fehlt die Förderung der Stadt, denn es besteht offenbar kein weiterer Anspruch für das Projekt. Nun erfindet sich Skillz neu.

    Früher gab es jährlich einen Abend voller Show-Acts und wettkampfbegeisterter Teilnehmer. Wenn es nach den beiden Mitveranstaltern Lukas Schulze und Tobias Bieheim (aka DJ dørbystarr) geht, stand der Wettkampf nie wirklich im Vordergrund. Das Event an sich sei „von der Szene für die Szene“.

    Dank der positiven Resonanz ist das Projekt gewachsen und deshalb ist für 2019 alles neu geplant: eine Renaissance. In den letzten Jahren wurde die Veranstaltung zunehmend vom Rap dominiert. Der Hip Hop soll jetzt wieder stärker hervor gebracht, die Wettkampfstimmung gedrosselt werden. Statt eines Programms mit Award-Verleihung wird eine Convention geboten.

    Denn es geht schon lange nicht mehr nur um das Ausleben einer bestimmten Musikrichtung. Workshops und Podiumsdiskussionen sollen dazu anregen, tiefer in die Musikwelt abzutauchen. Vor allem aber sollen Klischees vorgebeugt und Außenstehende einbezogen werden. Neben Show-Acts wird es auch Redebeiträge geben, zum Beispiel zur Rolle der Frau in der Rapkultur. „Hip Hop ist endlich gesellschaftsfähig geworden“, freut sich Tobias. In den Charts angekommen, übt die Musik eine immer größer werdende Faszination aus.

    Doch dieses Jahr kommt alles anders als gedacht. Durch die fehlende Förderung der Stadt entstehen finanzielle Engpässe, wichtige Teammitglieder fallen aus. Die Entscheidung den Termin für die Convention zu verschieben, fiel nicht leicht, doch letztendlich sei es auch „wie ein schwerer Rucksack, der einem da von den Schultern fällt“, beschreibt Tobias. Statt im Mai findet die geplante Convention nun erst am 14. September statt. „Wir wollten es lieber richtig machen, als nur halbherzig.“, sagt Lukas.

    Das bedeutet nicht, dass am 11. Mai keine Hip-Hop-Klänge in Leipzig ertönen werden. Denn trotz Terminänderung gilt es weiterhin Gelder zu sammeln. Am 11.Mai legen im Absturz DJs wie Lizzo Dezudemjot, Kitkut, DJ Beatzeps und Tobias selbst auf. Alle Einnahmen fließen direkt in die Convention. Außerdem gibt es ein Spendenkonto.

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