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    Jonas Frankenreiter

    Die Leipziger Seebrücke lädt ein zu Lesungen und Ausstellungen. Diesen Donnerstag gibt es als Abschluss der Reihe „[W]ORTE“ Fotografien und Gespräche mit Mahmoud Dabdoub in Lindenau.

    Seit inzwischen einer Woche lesen Autor*innen mit Migrations- oder Fluchterfahrung im Rahmen der Reihe „[W]ORTE“ aus ihren Werken. Den Anfang machte letzte Woche Dienstag der Lyriker Yamen Hussein im Stadtteilprojekt Dresdner59 und traf damit auf großes Interesse.

    Es handelt sich bei der Reihe um die ersten kulturellen Veranstaltungen der Leipziger Seebrücke. Den Anlass bietet eine Öffentlichkeit, die sich augenscheinlich von den Umständen der Menschen, die sich auf der Flucht befinden, entfremdet hat. Jani, die Organisatorin des Abends erzählt: „Wir haben uns zum einen dafür entschieden, da uns aufgefallen ist, dass es im öffentlichen Diskurs immer öfter um Zahlen geht, anstatt um Menschenleben. Literatur schafft es, diesen Zahlen wieder ein Gesicht zu geben. Zum anderen wollten wir die Menschen sprechen lassen, die Flucht- und/ oder Migrationserfahrungen gemacht haben, anstatt über sie zu sprechen“.

    Die internationale Seebrückenbewegung ist eigentlich eher für politische Aktionen bekannt. Gegründet wurde sie im Sommer 2018, zu einer Zeit in der zivile Seenotrettung zunehmend kriminalisiert wurde, als Gegenstatement und für die Solidarität mit Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Die Leipziger Gruppe hat indes schon einige große Demonstrationen organisiert und möchte auch in Zukunft für ihre Ziele einstehen. „Jetzt gerade versuchen wir, im Stadtrat einen Beschluss durchzubringen, in dem sich die Stadt Leipzig dazu bereit erklärt, aus Seenot gerettete geflüchtete Personen in Leipzig aufzunehmen.“, beschreibt Jani ihr Engagement. Zu dem Beschluss gibt es außerdem eine Petition, die man online finden kann.

    Doch bevor in der Ratsversammlung debattiert wird, ist als Abschluss der Reihe „[W]ORTE“ eine Fotoserie zu sehen. Der Fotograf Mahmoud Dabdoub, lebt in Leipzig und hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Fotografie studiert hat. Geboren in Palästina und aufgewachsen im Libanon kam er schon zu DDR-Zeiten nach Leipzig. Im Jahr 2009 schließlich ist er in seine Heimat zurückgekehrt, unter anderem um dort das Leben in den Flüchtlingslagern zu dokumentieren. „Er ist ein sehr charismatischer Mann, der toll erzählen kann”, versichert Jani. In gemütlicher und persönlicher Atmosphäre soll so ein Austausch stattfinden.

    Die Möglichkeit dazu gibt es am Donnerstag, den 28. Februar um 19.30 Uhr im Lindenauer Kirchencafé in der Karl-Heine-Straße 110. Der Eintritt ist auf Spendenbasis.

    Titelbild: Arwa Alghandour

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