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    Pia Benthin

    Beim Weltraumspaziergang mit Ryan Gosling wird der Kinosessel zum Schleudersitz. Das Science-Fiction-Drama „Aufbruch zum Mond“ thematisiert die Faszination, Dinge zum ersten Mal tun zu können.

    „Aufbruch zum Mond“ schildert unglaublich bildgewaltig wie Neil Armstrong (Ryan Gosling) als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzt. Seine berühmten Worte „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ kennt jeder. In diesem Biopic geht es hauptsächlich um den Menschen, der in dem Raumanzug steckte und die Geschehnisse in seinem privaten Leben.

    Das Familienglück von Neil und Janet Armstrong (Claire Foy) scheint zerrissen, als ihre Tochter nach langem Kampf im Kindesalter an einem Gehirntumor stirbt. Ingenieur Neil arbeitet als Testpilot und nutzt die Chance auf einen Neuanfang in Houston, als die NASA nach Piloten mit Ingenieurswissen sucht. Dort beginnt er die Ausbildung zum Astronauten und lernt Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Mike Collins (Lukas Haas) kennen. Dass diese drei Männer einmal die ersten auf dem Mond sein werden und in der Apollo 11 Weltgeschichte schreiben, ahnt damals noch niemand.

    Neil Armstrong (Ryan Gosling) in "Aufbruch zum Mond"

    Zwischen Familienleben und den ersten Schritten auf dem Mond

    Die grobe Handlung von „Aufbruch zum Mond“ kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen. Nichtsdestotrotz ist der Film an keiner Stelle einschläfernd wie eben jenes. Liebevoll wird Neil als Familienvater im Umgang mit seiner Tochter dargestellt und bei seinen Missionen wechselt die Perspektive der Kamera oft in die seine. Man ist im Kino hautnah dabei und kann sich selbst wie der erste Mensch auf dem Mond fühlen. Auf eine gewisse Art und Weise bleibt er aber trotzdem unerreichbar. Über seine Person erfährt man wenig und auch die Beziehung zu seiner Frau wird kaum beleuchtet. Claire Foy kennt man durchaus in stärkeren Rollen wie in „The Crown“. In der männerdominierten Welt der 60er-Jahre geht es hier vor allem um die Wissenschaft und das Vorhaben der USA, die damalige Sowjetunion beim Wettlauf ins All zu besiegen.

    Durch Neils Perspektive bekommt man aber auch mit, wie viele seiner Freunde auf riskanten Missionen ins All für die Wissenschaft sterben müssen und auch die Kritik der Menschen, die damals gegen das teure und risikoreiche Raumfahrtprogramm demonstriert haben wird im Film laut. „Aufbruch zum Mond“ regt durchaus zum Nachdenken darüber an, wie Wissenschaftler an heutige Erkenntnisse erlangt sind und behandelt ein immer noch aktuelles Thema. Denn mit Alexander Gerst und geplanten Missionen zum Mars ist Raumfahrt immer noch ein relevantes Thema. Damien Chazelle schlüpft nach „Whiplash“ und „La La Land“ hier erneut in die Rolle des Regisseurs. Mit gewohntem Fingerspitzengefühl erzählt er wundervoll künstlerisch die Geschichte des ersten Menschen auf dem Mond. Weltraum-Faszinierte kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten.

    Vorbereitung auf die erste Mondlandung

    Der Kommandant der Apollo 11, Neil Armstrong (Ryan Gosling), betrat am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond.

    „Aufbruch zum Mond“ thematisiert die Faszination, Dinge zum ersten Mal tun zu können und besticht mit der optischen Faszination unserer Galaxie. Voller Spannung wird man hier in seinen Kinosessel gepresst und startet mit Neil Armstrong zu Mond. Also macht es euch bequem, wenn der Countdown startet.

     

    Ab 8. November 2018 in den Kinos.

     

    Fotos: Universal Pictures