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  • Zahlreiche kostenlose Angebote beim DOK Leipzig

    Anne-Dorette Ziems

    Sieben Tage, elf Kinosäle: Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm geht vom 29. Oktober bis zum 4. November mit dem Motto „Fordert das Unmögliche“ in die 61. Runde.

    In diesem Jahr startet das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK) mit dem Eröffnungsfilm „Meeting Gorbachev“ von Werner Herzog. Dieser wird nicht nur bei der offiziellen Eröffnungsfeier im CineStar zu sehen sein, sondern auch simultan kostenlos in der Osthalle des Hauptbahnhofs gezeigt. Freien Eintritt zu DOK-Filmen gibt es nicht nur jeden Abend um 19:30 Uhr im Hauptbahnhof, sondern auch im polnischen Institut am Markt. Erfahrungsgemäß lohnt sich frühzeitiges Erscheinen, um sich einen guten Sitzplatz zu sichern.

    Das DOK zeigt in diesem Jahr 306 Filme aus 50 Ländern. Große Themen sind unter anderem Balkan/Post-Sowjetunion, Migration und die digitale Welt der Millennials. Das diesjährige Gastland ist Litauen. Die sechsköpfige Auswahlkommission um Vorsitzenden Ralph Eue hat für dieses Festival 3.150 Filme gesichtet; 160 sind in der offiziellen Auswahl. Von diesen 160 Filmen sind mehr als die Hälfte von Regisseurinnen. Für den Deutschen Wettbewerb hatte sich das DOK eine Frauenquote von 40 Prozent selbst auferlegt. Mühelos sei sie dann sogar übertroffen worden, sodass bei sechs der neun Langfilme dieser Kategorie Frauen Regie oder Co-Regie geführt haben. „In der ersten Runde der Auswahl wurden die Filme gesichtet, ohne zu wissen, wer sie gemacht hat“, erklärt Festivalleiterin Leena Pasanen. Die Frauenquote sei immer im Hinterkopf gewesen, aber nicht wirklich gebraucht worden, denn die Anzahl der von Frauen eingereichten Filme sei im Vergleich zu den vorigen Jahren gestiegen.

    Eue betont die große Spannbreite an Dokumentationsweisen , die auf dem Festival neben der klassischen „observational documentary“ zu sehen sein werde. Auch Pasanen erklärt, dass junge Filmschaffende die Realität kritisch betrachten und dazu neigen, die Grenzen des Dokumentarfilms auszutesten.

    Das in den letzten Jahren immer beliebter gewordene Projekt DOK Neuland zeigt in diesem Jahr zwölf interaktive Arbeiten, die nach dem Wer-Zuerst-Kommt-Mahlt-Zuerst-Prinzip kostenlos zugänglich sind. DOK-Neuland-Koordinator Lars Rummel erklärt den Unterschied zwischen Virtual-Reality- und 360-Grad-Filmen: „Beim 360-Grad-Film geht die Leinwand einmal um den Kopf herum, aber außer, dass man sich umschauen kann, hat man keinen Einfluss auf die Handlung.“ Im Gegensatz dazu könne man beim Virtual-Reality-Film mit der digitalen Welt interagieren und direkten Einfluss auf die Handlung nehmen. Pasanen freut sich darüber, dass DOK Neuland durch das enthusiastische Publikum der letzten Jahre immer weiter gewachsen ist und vergleicht es lächelnd mit einem heranwachsenden Baby.

    Eine ermäßigte Dauerkarte kostet 70 Euro, eine ermäßigte Einzelkarte 6 Euro vor und 6,50 Euro nach 14:30 Uhr.

     

    Titelfoto: Susann Jehniche

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