• Kultur
  • Hirn statt Hitze

    Nathalie Trappe

    Was gibt es Besseres, als die letzten Sommertage für einen Ausflug zu nutzen? Die student!-Redaktion hat für euch drei clevere Reisespiele getestet, die euch den Weg erheitern

    In der vorlesungsfreien Zeit wird das Gehirn abgeschaltet und am See nur noch warmes Sterni geschlürft. Hin und wieder ist es allerdings nicht schlecht, zur Abwechslung mal die grauen Zellen in Bewegung zu setzen. Dafür muss man sich gar nicht mit seinen Büchern allein im Kämmerlein verkriechen. Im Gegenteil: Am See, am Strand oder auch beim Campen bietet sich die Gelegenheit, sein Wissen mit anderen zu messen und trotzdem Spaß zu haben. Dafür gibt es mittlerweile sogar Kompakt- und Miniversionen beliebter Brettspiele.

    Scrabble kompakt

    Der absolute Klassiker findet sich in Originalgröße wohl in fast jedem deutschen Haushalt. Nun gibt es auch die geschrumpfte Version extra für unterwegs. Das Spielbrett ist 17×17 Zentimeter groß und verfügt über ein Gitter, in welches die Buchstabensteinchen gesteckt werden. Die Regeln sind identisch mit denen des Originals, auch die altbekannten Punktefelder wie „Doppelter Wortwert“ dürfen zum Ärgern der Mitspieler natürlich nicht fehlen. Alle Materialien sind stark minimiert, was die Handhabung gerade für Hände, die größer sind als die von Lillifee, äußerst verkompliziert. Auch für Mitspieler mit Sehschwäche eignet sich Scrabble kompakt  ziemlich schlecht. Gerade bei Dämmerungslicht wird allein das Erkennen der Buchstabenwerte zur Herausforderung. Alles in allem bewahrt  das Spiel für Liebhaber den alten Charme, hält jedoch auch einige kleine(im wahrsten Sinne des Wortes)  Tücken bereit. Tipp für Reisende: Das Spielbrett wirkt, als könnte man es kippen, ohne dass Buchstaben herunterfallen – kann man nicht, glaubt mir.

    Bezzerwizzer mini

    Dieses Quizspiel ist für seine außergewöhnlichen Fragen bekannt und, wie der Name schon vermuten lässt, speziell für jene besonders schlauen Füchse geeignet, die man in Vorlesungen gerne mal für ihre intelligenten Zwischenrufe verflucht. In der Mini-Version gibt es statt eines Brettes nur Spielkarten mit Kategorien, etwa „Tatort“ oder „Filmzitate“. Hierzu gibt es jeweils 4 Fragen, die in selbst zusammengestellten Teams beantwortet werden. Anschließend vergibt jedes Team absteigend Punkte, welche Antwort ihm am wichtigsten ist. Im Gegensatz zum Original sind die Fragen durch die Festlegung der Kategorie für eine ganze Runde noch spezieller und damit kniffliger. Vorteile bietet die Tatsache, dass jedes Team die gleichen Fragen gestellt bekommt. Das Spiel eignet sich somit als kleiner Zeitvertreib im Park, nicht jedoch für ausgiebige Spielerunden auf Zugfahrten. Leider fehlt auch das Hauptmerkmal des Spiels: Der Bezzerwizzer-Stein zum Dazwischenquatschen. Außerdem sollte man sollte immer genügend Stifte für alle Teams parat haben, da diese im Spielepaket nicht enthalten sind.

    Bezzerwizzer kompakt

    Längeren Zeitvertreib bietet die dritte Version des Quizspiels. Hier gibt es einen Kasten zum Stecken der Spielsteine, der gleichzeitig auch Platz für die Fragekarten bietet. Das Prinzip ist hier das Gleiche wie beim Original: Jedes Team zieht pro Runde vier Kategorien wie „Brauchtum & Glaube“, „Film & Fernsehen“ oder „Gesellschaft“. Diese werden so beantwortet, dass die für das Team sicherste Kategorie als letztes und mit den meisten Punkten belohnt gestellt wird. Anders als bei der Mini-Version gibt es hier den Bezzerwizzer-Button, der dem Spiel auch ursprünglich seinen Namen gab. Dieser kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Team meint, die Antwort besser zu kennen und so Extrapunkte sammeln möchte. Damit verfügt die Kompakt-Version über fast alle Merkmale des Originals (hier gibt es ein paar mehr Kategorien) und kommt noch dazu in einer reisefreundlichen Verpackung. In dieser Wertung ist das Spiel der absolute Spitzenreiter. Gerade weil man jederzeit abbrechen und das Team mit den meisten Punkten zum Gewinner küren kann, ist es auch ideal für Reisen. Und manchmal merkt man sich sogar etwas aus den Antworten. Und mögen es auch nur die Namen irgendwelcher Königskinder sein.

    Kompakt-Spiele sind damit eine niedliche Neuheit in der Spieleindustrie und bringen durchaus clevere Lösungen für unterwegs. Wem das Sterni in den Ferien aber auf den Geldbeutel geschlagen hat, dem sei zum guten alten Mau-Mau geraten. Die Karten eignen sich ja sogar für mehrere Spiele. Und leicht zu transportieren sind sie sowieso.

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