• Kultur
  • Diese eine CD für die Reise

    Jonas Frankenreiter

    The Cat Empire kamen bei ihrer diesjährigen Tour durch Europa erneut nach Leipzig – natürlich wieder mit guter Laune und neuen Songs im Gepäck!

    Abrupt fing es an, etwa eine Viertelstunde nach ausgeschriebenem Konzertbeginn. Vielleicht liegt es an der Art von Konzerten, auf denen ich in letzter Zeit war, dass ich zunächst verwirrt war. Denn eigentlich war ich darauf eingestellt, erstmal noch eine Weile gemütlich in der Sonne zu sitzen, bevor langsam die Musik beginnt. Es gab auch keine Vorband, so dass sofort und wirklich fast überraschend The Cat Empire aus Melbourne auf der Bühne standen. Und die Menge begann zu tanzen. Mit ihrer Musik von Jazz bis Ska verstanden es die Gruppe sofort gute Stimmung zu erzeugen. Sänger Felix Riebl fing schließlich sichtlich selbstironisch an in einem leicht brüchigen Deutsch zu moderieren. In kurzen Anekdoten versuchte er zwischendurch den Erfolg der Band in Europa zu ergründen. Er erklärte ihn schließlich dadurch, dass wohl einige Reisende Europäer in Australien ankamen und nur eine gebrannte CD im Auto vorfanden oder von den ersten neuen Freunden in die Hand gedrückt bekamen. Diese war natürlich von ihnen denn sie machen Musik für und über das Reisen. Irgendwann konnten sie dann die Texte auswendig, denn man kann sehr lange unterwegs sein in auf diesem Kontinent.

    Während des ganzen Konzerts schien die spätabendliche Sonne auf uns herab, denn das Wetter war bestens. Sobald dann die ersten Noten von „Two Shoes“ erklangen, streiften die meisten ihre Schuhe von den Füßen und tanzten auf den Bänken und im Gras. The Cat Empire ist als Live-Band wirklich großartig, das war von vornherein klar. Und dennoch berichten Fans immer wieder, draußen und im Sommer seien sie einfach noch besser. Und tatsächlich: die Zeit verging wie im Flug – ältere und neue Songs wechselten sich ab, immer wurde mitgetanzt. Auch bei einem ganz neuen Song, der erst zum zweiten Mal überhaupt auf einem Konzert gespielt wurde und der Teil eines neuen Albums sein wird, das Anfang 2019 erscheint. Die Gruppe, die bald auf ein 20 jähriges Bestehen zurückblicken kann und somit schon auf vielen Konzerten gespielt hat, macht einfach Spaß. Und es scheint auch ihnen immer wieder eine große Freude zu sein das Publikum mit ihren Stücken zu begeistern.

    Am Schluss gab es noch eine längere Zugabe, nach welcher die Menge dennoch nicht aufhören wollte zu tanzen und bettelnd auf weitere Zugaben wartete. Nichtsdestotrotz blieb es bei dem gespielten Set und der Abbau fing so fix an, wie das Konzert auch begonnen hatte. Vermisst habe ich persönlich nur „The Wine Song“, der sonst laut Passanten in der Bar-Schlange auch oft als Zugabe gespielt wird. Das hat meine Begeisterung jedoch kaum gemindert, denn ich war froh über die vielen verschiedenen Songs, von denen ja sogar einige unbekannt waren. Ähnlich heterogen und sehr angenehm war das Publikum, das entspannt und doch mit viel Energie die ganze Zeit mitfeierte. Jeder und jede, die den Musikrichtungen Jazz, Ska, Klezmer oder Reggea etwas abgewinnen kann, würde ich empfehlen sich The Cat Empire einmal an zu hören. Am Besten natürlich live und im Sommer. Ich kenne kaum Bands, die auf Konzerten so gute Stimmung verbreiten, wie diese sympathischen Musiker von der Südhalbkugel. Ich hoffe sehr, dass sie auf ihrer nächsten Tour wieder in Leipzig vorbeikommen werden und freue mich schon auf das nächste Konzert.

     

    Foto: Cindy Prager

    Verwandte Artikel

    Großstadtgrauen

    Seit 2016 macht die Rock-Band Isolation Berlin mit tieftraurigen Spelunkensongs auf sich aufmerksam. Nun kommen sie nach Leipzig um ihre neue Platte „Vergifte dich“ zu präsentieren.

    Kultur Musik | 10. Mai 2018

    Ohne Alkohol auf dem Hurricane-Festival

    Dosenbier ist üblicherweise die Nummer Eins auf jeder Festival-Packliste. Festival ohne Alkohol ist aber gar nicht so verrückt, wie ihr vielleicht denkt. Ein Erfahrungsbericht. Nachmachen erlaubt.

    Kultur | 28. Juni 2018