• Hochschulpolitik
  • Hissen der Regenbogenfahne und Solidaritätsaktion auf dem Campus

    Hanna Lohoff

    Vor der Uni Leipzig weht nun eine Woche lang die Regenbogenflagge. Im Rahmen des Christopher Street Days wurde diese heute Morgen gehisst. Danach gab es ein „Warm Up“ und eine Solidaritätsaktion.

    Das Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig hat gemeinsam mit dem StuRa am heutigen Vormittag eine Kundgebung im Rahmen des Einstimmens auf den Christopher Street Day (CSD) auf dem Campus Augustusplatz veranstaltet. Zudem gab es eine Solidaritätsaktion anlässlich des gewalttätigen Vorfalls auf eine transsexuelle Studentin vergangene Woche vor der Moritzbastei. Zunächst hissten Georg Teichert, Gleichstellungsbeauftragter der Universität, Beate Schücking, Rektorin der Universität und Frank-Peter Wieht, Antidiskriminierungs-Staatsminister, die Regenbogenfahne vor dem Neuen Augusteum. Anschließend eröffnete Teichert auf dem Innenhof des Campus das „Warm Up“ für den CSD.

    Vor dem Neuen Augusteum wurde die Regenbogenflagge gehisst.

    Vor dem Neuen Augusteum hängt jetzt eine Woche lang die Regenbogenflagge

    Frank-Peter Wieth äußerte im Rahmen der Veranstaltung sein Erschrecken über den Angriff und betonte: „Vorfälle wie dieser sollten der Vergangenheit angehören. Es ist uns und auch mir persönlich sehr wichtig, Vielfalt in die Herzen der Menschen zu tragen. Wir sind alle Botschafter der Vielfalt.“ Auch Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerks, kam bei der Kundgebung zu Wort und drückte ihre Solidarität aus: „Wir wollen uns ganz aktiv dafür einsetzen, dass wir tolerant und wertschätzend miteinander umgehen. Wenn es Konflikte gibt, wollen wir diese keinesfalls gewalttätig austragen, sondern versuchen, einen sachlichen Diskurs zu führen.“

    Die Redner bei der Kundgebung zum CSD-Warm-Up in Leipzig

    V.l.n.r.: Georg Teichert, Katrin Darlatt, Peter Amboss, Nicolas Laible, Andrea Diekhof, Frank-Peter Wieth

    Georg Teichert verlas ein Statement, das Vertreter der Leipziger Hochschulen sowie des Freistaates Sachsen unterzeichneten. Darin positionierten sich die Akteure „eindeutig gegen jede Form von Hass und Gewalt“ und betonten, dass sie „alle Arten von Übergriffen auf das Schärfste verurteilen“. In der Stellungnahme wurden auch in Zukunft Aktionen und Angebote gefordert, die eine Auseinandersetzung mit bestehenden Vorurteilen fördern.

    Mit Postern und Flaggen gegen Transfeindlichkeit

    Bei der Solidaritätsaktion wurde ein Zeichen gegen Transfeindlichkeit gesetzt.

    Nicolas Laible, Referent für Öffentlichkeit des StuRa, verlas zudem eine Stellungnahme, die die angegriffene Studentin selbst formulierte und in der sie sich zu dem Vorfall äußerte: „Ich habe in den letzten Wochen unzählige Nachrichten von Bekannten und Freunden bekommen und von Personen, die ich vorher nicht kannte. Personen, die mir Zuspruch für meinen Weg und meine Persönlichkeit ausgedrückt haben. Unendliche viele Nachrichten, die nach und nach die Einsicht in mir verankert haben, dass ich eben nicht dafür verantwortlich bin, was passiert ist. Ich verspüre eine große Dankbarkeit für diese Solidarität und ein ebenso großes Bedürfnis, diese Erfahrung zu teilen.“

    Neben kleinen Snacks wurde eine gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet

    In der gemeinsamen Stellungnahme zu dem Angriff auf eine Studentin positionieren sich die Unterzeichner gegen jegliche Form von Hass und Gewalt.

    Die Regenbogenfahne bleibt noch die gesamte Woche vor dem Neuen Augusteum gehisst. Das Gleichstellungsbüro plant in Zukunft auch weitere Aktionen gegen Diskriminierung. Unter dem Slogan „university celebrates diversity“ nimmt die Universität Leipzig zudem am 21. Juli erstmals am Straßenfest des CSD auf dem Markt teil.

     

    Fotos: Annika Seiferlein

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