• Film
  • Zwischen Langeweile und Kitsch

    Celine Schmock

    Rhiannon lebt unspektakulär bis sie der wandelnden Seele A begegnet. „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ zeigt, wie A jeden Tag im Körper eines anderen Menschen aufwacht und sich verliebt.

    Als A im Körper von Rhiannons Freund Justin erwacht und Rhiannon (Angourie Rice) sieht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verbringen einen gemeinsamen Tag am Strand – ohne, dass Rhiannon weiß, dass eine fremde Seele im Körper ihres Freundes steckt. Das kann auch wirklich niemand erraten.

    Schließlich merkt sie dann doch, dass etwas an diesem Tag anders war, denn Justin erinnert sich an nichts mehr. A kommt schließlich auf sie zu und erklärt ihr in mehreren Körpern wie es sich als Gestaltenwandler so lebt. Der Inhalt lässt sich danach auch ziemlich leicht zusammenfassen: Nach der „Das glaub ich nicht“-Phase finden die beiden zueinander, vergessen alles andere um sich herum und merken dann irgendwann doch, dass diese Beziehung langfristig keine Chance hat. Zwischendurch wird noch mit Wunderkerzen gewedelt, zwischen Lichterketten gesessen und lauthals zu Indie Songs mitgesungen. Romantik heute.

    Keine gewöhnliche Liebe

    Bekannte Seele…

    Nachdem das dazugehörige Buch „Everyday“ (Titel ist im englischen mal wieder viel passender) von David Levithan international gefeiert wurde, übernahm Michael Sucsy die Regie für den gleichnamigen Kinofilm. Man merkt, dass seine Spezialität sanfte Romanzen sind, denn über mehr geht auch dieser Film nicht hinaus. Er besticht weder durch Humor, noch Mut. Fast alle Gespräche plätschern vor sich hin, sogar die Trennung von Rhiannon und Justin wirkt nicht mehr als ein leichter Windstoß. Selten werden Charaktere mehr als oberflächlich beleuchtet, was vor allem bei den einzelnen Körpern, in denen sich A befindet, schade ist. Als er in einem blinden Jungen aufwacht, wird lediglich gezeigt, wie er sich zurück ins Bett legt. Dabei wären genau diese Momente interessant und hätten dem Film die Tiefe gegeben, die so fehlt.

    ...unbekannter Körper, und das jeden Tag

    …unbekannter Körper, und das jeden Tag

    Man muss aber trotz allem kurz innehalten und Angourie Rice loben. Während die Charaktere, in denen A steckt, permanent wechseln, ist sie als Rhiannon eine gute Konstante. Sie spielt authentisch und manchmal könnte man fast gerührt sein, wenn der Film im Großen und Ganzen nicht so nichtssagend wäre. Und so wird der Zuschauer am Ende des Films mit vielen offenen Fragen sitzengelassen. Stilmittel? Kann sein. Gut eingesetzt ist es jedoch nicht. Man kann schlicht und einfach nicht glauben, dass diese Liebe ein Ende hat, nachdem sie so sanft vorgestellt wurde. Dieser Film ist kein Paukenschlag, aber läuft beim Pizza essen bestimmt ganz gut im Hintergrund.

     

    In den Kinos ab 31. Mail 2018

     

    Fotos: Copyright Orion Pictures

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