• Leipzig
  • Demonstrieren gegen Gentrifizierung

    Gesine Münch

    Am Freitag hat das Bündnis „Leipzig für alle“ zur Demonstration gegen steigende Mietpreise und Verdrängung aufgerufen. Laut „Durchgezählt“ versammelten sich 1.000 bis 1.200 Menschen.

    Nach einer Kundgebung auf dem Augustusplatz zogen die Demonstrierenden unter dem Motto „Stadt für Alle statt für Profite“  zunächst durch die Innenstadt und nach einer Zwischenkundgebung vor dem LWB-Gebäude in Richtung Leipziger Osten. Die Abschlusskundgebung fand im Rabet statt.

    Auf dem Augustusplatz versammelten sich die Demonstrierenden

    Vorbereitungen und erste Kundgebung auf dem Augustusplatz

    Hintergrund des Aufrufs war die angespannte Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt. Mit dem enormen Wachstum der Stadt gingen ständig ansteigende Mieten und immer knapper werdender Wohnraum einher. „Besetzen, enteignen, kreativ umgestalten“ ist eine Lösung, die Stadträtin Juliane Nagel auf der Zwischenkundgebung vor dem LWB-Gebäude vorschlägt. Das Netzwerk „Leipzig für alle“ setzt sich für bezahlbaren Wohnraum, die Erhaltung von Freiräumen und die Verhinderung von Verdrängung ein.  Unterstützung für die Demonstration kam aus der Politik von Grünen und Linken. In der Stadt „fehlen mehr als 46.000 bezahlbare Wohnungen“, schreibt der Stadtratsvorsitzende der Linken, Adam Bednarsky. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Mieten in der Stadt um 7 Prozent gestiegen. Von den Rednern werden immer wieder die geplanten Ferienwohnungen auf der Karl-Heine-Straße, das Staytoo-Wohnheim in Connewitz oder der Verdrängungsprozess im Leipziger Osten thematisiert. Zum Bau der Thalysia Höfe in Connewitz meint ein Redner: „Ich wünsche, dass sich die Höfe an die Wildheit von Connewitz anpassen und nicht Connewitz an die Höfe“.

    Demonstration auf der Eisenbahnstraße

    Über die Eisenbahnstraße ging es in den Stadtteilpark Rabet

    Im Rabet an der Eisenbahnstraße, im Herzen des Leipziger Ostens, endet die Demonstration, die zugleich der Beginn des „Recht auf Stadt Forums“ ist. Am Samstag und am Sonntag wird sich das Netzwerk „Recht auf Stadt“ treffen. Workshops, Filmvorführungen und Diskussionsrunden sind an verschiedenen Orten im Leipziger Osten geplant.

     

    Fotos: Anne-Dorette Ziems