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  • Eine Woche „Kurzsuechtig“

    Von Lisa Marie Schulz

    Vom 10. bis 15. April findet im Kunstkraftwerk Leipzig das mitteldeutsche Kurzfilmfestival mit dem kecken Namen statt. Zum 15. Jubiläum liegt der Länderschwerpunkt des Rahmenprogramms auf Italien.

    Durch die stetige Weiterentwicklung der letzten Jahre wird Leipzigs größtes und traditionsreiches Kurzfilmfestival in seinem mittlerweile 15. Jahr so groß wie nie zuvor. Während 2017 nur ein Teil des Rahmenprogramms im Kunstkraftwerk stattgefunden hatte, werden dieses Jahr alle Vorführungen und Preisverleihungen, nicht in einer typischen Kinosituation, sondern in der Maschinenhalle im hippen Leipziger Westen gezeigt.

    „Wir verstehen uns als Nachwuchsfestival mit regionalem Bezug“, erklärt Organisatorin Stefanie Abelmann. So liegt wie jedes Jahr der Fokus auf jungen Filmemachern, deren Arbeit auf unterschiedlichste Weise mit Mitteldeutschland zusammenhängt. In den inzwischen vier Spartenausrichtungen Animation, Dokumentation, Fiktion und Experimental findet jeden Abend jeweils ein Wettbewerb mit Screenings und nachfolgender Preisverleihung statt. Neben der Förderung der Gewinner durch Geld- und Sachpreise soll auch allen Übrigen die Möglichkeit geboten werden, mit anderen Filmschaffenden in Kontakt zu kommen und ihre Arbeiten zu präsentieren.

    Evelin aus dem Dokumentarfilm „Mich vermisst keiner“ von Erik Lemke verlor nach ihren Beinen auch ihre Freunde

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    Wichtige Neuerungen bilden in diesem Jahr der erstmalig verliehene Preis für die beste Kameraarbeit, das Kinderkurzfilmprogramm am Samstagvormittag und das Virtual-Reality- und 360°-Special am Samstagnachmittag. Hier können die Möglichkeiten des VR-Films erlebt und das wichtige Thema der Nachhaltigkeit und Archivierung dieser Art Filme in einem Expertenpanel besprochen werden.

    Auch der Wettbewerb „Filmmusik/Sounddesign“ am Samstagabend stellt einen wichtigen Teil des Festivals dar. Zu einem im Vorfeld ausgewählten Kurzfilm wurde Klangkünstlern die Aufgabe gestellt ein eigenständiges Soundkonzept mit Geräuschen und Filmmusik zu entwickeln. Die acht besten werden nun beim Festival gezeigt, wodurch Besuchern die Möglichkeit geboten wird, den Einfluss des Sounds auf die Filmerfahrung im direkten Vergleich erleben zu können.

    Im Animationsfilm „Zu Zahm“ von Rebecca Bloecher geht es um den Schein der Individualität

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    Neben den 32 Filmen mit Bezug zu Mitteldeutschland werden am Sonntag neun italienische Filme, die sich thematisch entweder mit doppelter Staatsbürgerschaft oder Korruption auseinandersetzen, mit anschließender Diskussionsrunde gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem „Centro interdiszipilinare di Cultura italiana“ (CiCi) beinhaltet das Rahmenprogramm außerdem eine öffentliche Vorlesung im Seminarraum 410 der Uni Leipzig zum Thema „Die filmische Reflexion von sozialem Engagement gegen Korruption“. Maria Giuliana, Gastlektorin für Romanistik in Halle und Leipzig, wird dieses momentan in Italien sehr relevante Problem der Korruption an einem Kurzfilmbeispiel illustrieren.

    Das umfangreiche diesjährige Programm des  „Kurzsuechtig“-Festivals wird am Sonntag mit einem Best-of aller Gewinnerfilme sein feierliches Ende finden.

    Komplettes Festivalprogramm

    Einzelticket: 7€ / 5€ für Studenten
    Festivalpass 30€/ 25€ für Studenten
    Tickets

     

    Fotos: Die Fotorechte liegen bei den jeweiligen Filmemachern, das Titelbild stammt aus „Zwischen uns steht ein Salat“ von Alice von Gwinner