In eigener Sache

Von René Loch

Ein Blick zurück auf 2017 sowie ein Blick nach vorn zu unseren Wünschen und Plänen für 2018. Finanziell sind wir erstmal gesichert, aber unser volles kreatives Potential ist noch längst nicht genutzt

 

Finanzieller Jahresrückblick

Aus finanzieller Sicht war 2017 ein hervorragendes Jahr. Dank Crowdfunding und gestiegener Anzeigenverkäufe konnten wir unsere Einnahmen von etwa 9.000 Euro im Jahr 2016 auf circa 15.000 Euro steigern. Klingt viel, aber da wir vor einem Jahr fast tot waren, heißt das eigentlich nur: Wir haben überlebt. Vorläufig. Das Anzeigengeschäft kann und wird auch mal wieder mies laufen und unseren eigenen Mitgliedern, die uns in der schwersten Not mit Darlehen geholfen haben, schulden wir noch einen vierstelligen Betrag. Einerseits geht es also weiter darum, den unabhängigen Hochschuljournalismus in Leipzig am Leben zu erhalten, anderer­seits wollen wir mehr als nur das.

student's Finanzen 2017

Finanzüberblick 2017 – ein finanziell sehr gutes Jahr für uns

 

 

Unsere Pläne

Wir wollen mehr. 20 Seiten. Immer. Aufmerksame Leser werden feststellen, dass diese Ausgabe exakt so viele Seiten hat, doch seit mehreren Jahren erscheinen wir normalerweise nur mit 16 Seiten – vor allem aus finanziellen Gründen.
Früher war das anders. Da waren 20 Seiten die Regel. Im alten Layout haben zudem mehr Buchstaben auf eine Seite gepasst. Wir hatten mehr Platz für Experimente und konnten wirklich all das erzählen, was uns wichtig und interessant erschien.
Die aktuelle Situation ist auch deshalb ärgerlich, weil unsere Redaktionssitzungen aus allen Nähten platzen. An manchen Mittwochabenden sitzen mehr als 30 Leute im Seminarraum, um die nächste Ausgabe zu planen. Vier zusätzliche Seiten würden circa zehn zusätzliche Texte bedeuten, mit denen unsere Mitarbeiter erste Erfahrungen im Recherchieren, Interviewen und Schreiben sammeln könnten.
Momentan unterstützen uns unsere Leser mit knapp 200 Euro monatlich. Wir haben einen ambitionierten Plan und hoffen, dass wir ihn mit eurer Hilfe umsetzen können: Sollten die Crowdfunding-Einnahmen bis zum Beginn des Sommersemesters auf mindestens 500 Euro steigen, können wir es uns wieder leisten, regelmäßig 20 Seiten zu drucken.
Wir wollen wieder mehr Interviews, Hochschulpolitik, Campuskultur, Leipzig-News und Service-Artikel in unserer Zeitung haben – für unsere Journalismusausbildung und für unsere Leser. Wollt ihr das auch? Dann unterstützt uns bitte mit monatlich drei, fünf oder zehn Euro.

Infos: spenden@student-leipzig.de
Unterstützen auf steady

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Redakteurinnen verraten, warum es sich lohnt uns zu unterstützen

Luise Darum Hochschulzeitung:

Luise Bottin, Kommunikations- und Medien­wissenschaft (5. Semester)
Bei student! seit Oktober 2014
Perspektive-Ressortleiterin; Besitzerin einer tierischen Stock-Foto-Sammlung aus dem Leip­ziger Zoo

Für mich ist student! die beste Journalistenschule. Ohne Vorerfahrung Artikel zu übernehmen, zu recherchieren, Ideen weiterzuentwickeln und am Ende seine eigenen Worte in tausendfacher Auflage lesen zu können – das hat mich von Anfang an motiviert. Im Gegensatz zu anderen Hoch­schul­zeitungen arbeiten wir ohne finanzielle Unterstützung von StuRa und Co., aber eben auch ohne den Rotstift anderer. Kritischer und innovativer Journalismus muss frei von Fremd­interessen sein, um das Leben in der Stadt voranzubringen. Deswegen braucht Leipzig eine Hochschulzeitung, die objektiv und direkt aus dem Campusleben berichtet und den Studierenden eine Stimme gibt. Seit 18 Jahren erfüllen wir diese Aufgabe. Und wie wir sind, müssen wir bleiben: eigen­verantwortlich, selbst­ständig  – und unabhängig.

 

 

immer noch MarenDarum Print:

Maren Petrich, Lehramt Deutsch und Französisch (3. Semester)
Bei student! seit April 2017
Redakteurin; ging mit 15 für ein halbes Jahr in die Bretagne, um endlich auf Französisch träu­men zu können

„Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“, wusste Goethe schon den Print zu preisen.
Primär wird jedoch der Preis als Grund genannt, lieber auf Online-Journalismus zurückzugreifen. Ein reiner Prätext, denn wieso sollte ich die Gefahr eingehen, mich von vorschnell herausgegebenen anstatt sorgfältig geprüften Informationen prägen zu lassen?
Ein weiteres Print-Privileg: die weite Prärie der aufgeschlage­­nen Seite, die mir einen prächtigen Blick über das prunk­volle Layout ermöglicht. Oder das Prasseln des Papiers, auf dem ich Seite um Seite nach vorn presche.
Auch praktisch: An einem ruhigen Ort zu lesen ist präventives Pro-Entschleunigungs­-Ver­halten.
Print steht auf dem Prüfstand. Der Druck lastet stark. Lassen wir Print nicht zur Prähistorie werden!

 

 

 

TSF_3582amDarum Leipzig:

Luise Mosig, Kommunikations- und Medienwissenschaft (3. Semester)
Bei student! seit Oktober 2016
Chefredakteurin; jeden Montag kommt sie mit erhöhtem Sächsel-Level aus der Heimat zurück nach Leipzig

Als die Uni-Zusagen bei mir eintrudelten, stand ich vor der Wahl: In welcher Stadt möchte ich den für mein weiteres Leben richtungsweisendsten Abschnitt verbringen? Meine Wahl fiel auf Leipzig, eine vielfältige Stadt, die einen beachtlichen Wandel vollzogen hat. Bisher habe ich es nicht bereut.
Leipzig ist zu einer jungen Studentenstadt geworden, die vor Kreativität, alternativer Sze­­ne und Ambitionismus strotzt. Meine student!-Mitarbeit ermöglicht es mir, diese treibende Kraft abzubilden, andererseits aber selbst Teil davon zu werden. Das fasziniert mich so daran, Zeitung zu machen in einer Stadt, die sich – auferstanden aus Ruinen – neu erfunden hat. Leipzig ist groß genug, um schier endlose Möglichkeiten zu bieten und klein genug, um die Träume kleiner Leute wahr werden zu lassen. Möge dieser Charme noch lange erhalten bleiben.

 

 

Grafiken: Marie Nowicki