• Leipzig
  • Misslungenes Comeback

    Von Gesine Münch

    Legida trifft auf breiten Gegenprotest

    Am gestrigen Donnerstag fand nach achtmonatiger Pause wieder ein Aufzug des rechten Bündnisses Legida statt. Zeitgleich wurden mehrere Gegendemonstrationen veranstaltet.

    Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hatte, in Hinblick auf die Bundestagswahl am Sonntag, zum Protest gegen die Partei Alternative für Deutschland (AfD) aufgerufen. Deren Einzug in den Bundestag würde laut den Organisatoren „rassistischen und nationalistischen Gruppen Rückenwind“ verschaffen. Vor allem sei damit Legida gemeint. Die Islamfeinde waren mit altbekannten Parolen („Merkel muss weg“), AfD-Plakaten und vielen Deutschlandfähnchen angetreten. Laut „durchgezählt“ liefen etwa 250-300 Menschen mit.

    An und auf der Demo-Route von Legida bildeten sich Blockaden und spontane Versammlungen, sodass die Legidisten immer wieder gezwungen waren zu warten. „Leipzig nimmt Platz“ spricht von rund 3000 Teilnehmenden an den Gegendemonstrationen.
    Bei Spontanversammlungen kam es mehrmals zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden, die sich bis in den späten Abend versammelten.

    Fronttransparent von LEGIDA

    Fronttransparent von LEGIDA

    Die Legida-Demo endete unter dem breiten Protest etwas sonderbar. In der Härtelstraße wurde der Rest der Legida von der Polizei in eine Straßenbahn verfrachtet, die die Legidisten durch eine sehr lebendige Menschenmenge in Richtung Hauptbahnhof abtransportierte.

     

    Fotos: Tim Wagner