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  • Spitzensportler in Leipzig

    Helene Streffer

    Das Deutsche Fecht-Team will bei der Weltmeisterschaft Medaillen gewinnen

    Der Startschuss zum Fecht-Sommer ist gefallen. Die deutschen Fechter haben bei der Europameisterschaft in Tiflis (Georgien) Mitte Juni einen nicht zu verachtenden Start hingelegt. Ihre Position lässt Vorfreude auf die anstehende Weltmeisterschaft in Leipzig aufkommen. Vom 19. bis zum 26. Juli wird sich die Weltspitze des Fechtens in der Arena Leipzig treffen.

    Nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war die Stimmung um das deutsche Fecht-Team düster. Es waren die ersten olympischen Sommerspiele nach 36 Jahren ohne eine deutsche Fecht-Medaille gewesen.

    Doch das Straucheln der Mannschaft scheint nach dem EM-Auftritt der deutschen Fech­­ter in Tiflis überwunden. Nach einem zunächst verhaltenen Anfang bei den Florett-Herren und den Säbel-Damen bot die 17-jährige Leonie Ebert am zweiten EM-Tag einen Lichtblick. Die junge Florett-Fechterin kämpfte sich auf den 6. Platz. Höhepunkt des Wettkampfs war aus deutscher Sicht das Finale zwischen Max Hartung und dem aktuellen Säbel-Olympiasieger, Aron Szilagyi, das Hartung mit einem souveränen 15:7 gewann und sich so die Gold-Medaille sicherte. Kurz darauf legte Alexandra Ndolo mit dem Degen nach und erkämpfte Silber für Deutschland. Auf dem Treppchen durfte sich außerdem das Damen-Florett-Team mit einem 3. Platz feiern lassen.

    Mit einem 4. Platz verpassten die deutschen Herren-Teams mit Florett, Degen und Säbel das Edelmetall nur knapp. Bemerkenswert war dabei vor allem das neu zusammengestellte Degen-Team, dem mit zwei Debütanten bisher keine Medaillen-Chancen zugetraut wur­de.

    Vilmos Szabo, der Trainer des deutschen Säbel-Europameisters Max Hartung, versicherte mit Blick auf die WM in Leipzig auf der Homepage des Deutschen Fechter Bundes: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Schützling, das macht Hoffnung auf Leipzig.“ Auch Sportdirektor Sven Ressel erklärte: „Die EM-Ergebnisse zeigen, dass wir durchaus in der Lage sind, in einigen Disziplinen um die Medaille zu kämpfen.“ Gleichzeitig betonte er, dass sich eine Prognose schwerlich darstellen lasse. Grund dafür sei unter anderem die große Zahl der Neulinge im Team, so Ressel: „Es werden acht Neulinge in Leipzig an den Start gehen. Das ist immerhin ein Drittel der gesamten Mannschaft.“

    Trotz der zumindest soliden Grundlage, die die deutschen Fechter in Tiflis legten, bleibt es also für den WM-Gastgeber spannend.
    Am Mittwoch den 19. Juli beginnen die ersten Wettkämpfe in der Arena Leipzig. Die Eröffnungsfeier wird am 21. Juli kurz vor den ersten Finals stattfinden. Geplant ist eine Eröffnung unter dem Motto „Hochkultur trifft Spitzensport“. Dafür wird unter anderem das Gewandhausorchester unter der Leitung des Thomaskantors auf den Fechtbahnen der Sportstätte erwartet.

    Der Standort Leipzig hatte sich bereits in der Vergangenheit mit der Europameisterschaft 2010 und der Welt­meisterschaft 2005 der Fecht­Weltspitze präsentiert. Mit dem WM-Botschafter Jörg Fiedler ist außerdem ein ehemaliger Spitzensportler des Fecht Clubs Leipzig präsent. Sportdirektor Ressel betonte Leipzig vor allem als Nachwuchsstandort mit der Schwer­punktausrichtung Degen, der weiter „international konkurrenzfähige Nachwuchsathleten ausbilden“ soll.

    Foto: Julie V.

     

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