• Hochschulpolitik
  • Schücking vs. Palmowski

    Von Luise Mosig

    Die Kandidierenden für die Rektorwahl 2017 stellen sich vor

    In Vorbereitung auf die Rektorwahl der Universität Leipzig am 31.Januar haben sich die beiden Kandidierenden heute Vormittag im Auditorium Maximum offiziell vorgestellt.

    Zur Wahl stehen die seit 2011 amtierende Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking und Prof. Dr. Jan Palmowski, derzeit Professor für Neuere Geschichte und Vizepräsident an der University of Warwick (England).

    Da der aus Niedersachsen stammende Palmowski vor kurzem Vater geworden ist, erschien er überraschenderweise nicht persönlich zu der Veranstaltung, sondern war per Skype live zugeschaltet.

    20170128_103429In seiner Vorstellungsrede betonte er den Anspruch der Leipziger Universität auf internationale Exzellenz. Palmowskis primäres Ziel ist es, die Forschung zu fördern und wissenschaftlichen Nachwuchs stärker in diese einzubeziehen. Als Rektor möchte er Partnerschaften mit Forschungsinstituten vorantreiben und die Universität Leipzig als internationalen Anziehungspunkt fundieren.

    Zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau hat Palmowski klare Zielvorgaben: „Es ist wichtig, sich dem Problem aktiv zu stellen. Karriereförderung und Chancengleichheit bei Gehältern müssen vorangetrieben werden.“

    Die derzeitige Rektorin Schücking versprach in ihrer Rede, „den erfolgreichen Kurs der letzten Jahre fortzuführen“. Dazu stellte sie ein Vier-Punkte-Programm vor, das sich aus Forschungsförderung, Lehrinnovation, Transferausbau und Struktur- und Prozessoptimierung zusammensetzt.20170128_112211

    Auch sie betonte das Ziel, die Universität Leipzig zu einer Exzellenzuniversität zu machen.

    Zur Frage, wo sie ihre stadtgesellschaftliche Rolle als Rektorin in Zeiten von Pegida sehe, betonte Schücking, dass die Universität Leipzig eine weltoffene, tolerante Hochschule ist. Allerdings ergänzte sie: „Eine Hochschule braucht Vielstimmigkeit und profitiert von dieser, darf allerdings nicht missstimmig sein. Es muss klar erkennbar bleiben, wofür die Universität steht.“

    In der Fragerunde schlugen sich beide Kandidaten gut, wobei Schückings langjährige Erfahrung als Hochschulrektorin ihr einen klaren Vorteil verschaffte. Palmowski dagegen konnte zu einigen Fragen, wie zum Beispiel zum Haushalt oder zur Verortung des künftigen Modellstudiengangs Pharmazie in der Medizinischen Fakultät, keine fundierte Stellung nehmen. Auch zu den Gebühren für Langzeitstudierende, die ab dem Sommersemester 2017 erhoben werden, konnte er sich nicht positionieren.

    Schücking dagegen argumentierte, dass die Universität bei der Gebührenerhebung wenig Handlungsspielraum hat, da dies im Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz festgelegt ist.

    Die Zukunft der Universität Leipzig liegt nächsten Dienstag dann in den Händen des Erweiterten Senats der Hochschule. Dessen aktuell 82 Mitglieder stimmen über das zukünftige akademische Oberhaupt der Hochschule ab.

     

    Im Vorfeld der Veranstaltung haben beide Kandidierende student! jeweils ein kurzes Interview gegeben.

    Beate Schücking

    Jan Palmowski

     

    Das war die gescheiterte Rektorwahl 2016

     

    Titelfoto: Universität Leipzig, Christian Hüller / privat

    Artikelfotos: lm