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  • Vier Gründe für Venedig

    Dennis Hänel

    Die etwas andere student!-Reisereihe: Italien

    Anstatt in den nächsten Semesterferien wieder dein ganzes Geld im IfZ zu lassen, fahr‘ lieber nach Venedig. Warum?

    Reisereihe 21. Weil es dort keine Autos gibt
    Als umweltbewusster Mensch, der du schließlich bist, sollte eine Stadt ohne CO2 ausstoßende Blechlawinen doch ein Traum sein. Entlang der Kanäle liegen überall Boote, mit denen die Locals zur Arbeit fahren. Wenn du einen medizinischen Notfall hast, kommt – richtig geraten – das Rettungsboot. Auf dem „Canal Grande“, der sich durch die Stadt schlängelt, kannst du dich mit Wasserbussen fortbewegen.
    Wenn du mutig bist, kannst du dir mit deinen Reisegefährten eine Gondel leihen. Ihr werdet euch aber nach kurzer Zeit hassen, weil ihr euch mangels guter Kommunikation nur auf der Stelle dreht und von mindestens drei anderen Booten fast zum Kentern gebracht wurdet.

    2. Weil die Stadt ein Fest für Architektur-Soziologen ist
    Stell’ dir vor, du wohnst in einer Stadt, erbaut mitten in einer Lagune, auf sandigem Boden und Baumstämmen, in einem baufälligen Haus (wie fast alle in Venedig), das immer mehr im Boden versinkt. Du bist nur per Boot mobil, Einkäufe werden zu Fuß erledigt. Hochwasser überflutet regelmäßig dei­nen Keller, du gehst nur mit Gummistiefeln vor die Tür. Spätestens dann wird dir klar, dass Venezianer hart im Nehmen sind.

    3. Weil Venedig eine große Filmkulisse istReisereihe 3
    Wenn du in der Stadt ankommst, in eine breite Gasse einbiegst, dabei die rustikalen Fassaden mit den dazwischen gespannten Wäscheleinen siehst, dir die Abwesenheit von dem gewohnten Straßenverkehr auffällt und noch irgendwo ein Gondoliere vorbeirudert, wird dir das alles unglaublich surreal vorkommen. Zumindest wenn du nicht gerade in einer Touristenecke unterwegs bist.
    Schaust du aber mal genau hin, wird dir auffallen, dass die schönen bunten Fassaden das Resultat von kontinuierlichem Verfall sind. Als Anhänger der Jutebeutelfraktion wird es dir nur „so richtig authentisch“ vorkommen, wenn du an einem nebeligen Abend auf einer düsteren Brücke stehst und unter dir ein Boot einen Sarg zur Friedhofsinsel bringt.

    4. Weil Venedig allen Extremen trotzt
    Ob Hochwasser, Kreuzfahrtschiffe, die die Bausubstanz der Stadt gefährden und natürlich den Millionen von Touristen, die einfach unbedingt auf dem „Piazza San Marco“ einen schlechten Kaffee für 10 Euro trinken müssen, Venedig hat es bislang immer überstanden.
    Obwohl es nur wenige Brücken gibt, von denen aus du keine japanische Touristen, mit Selfiesticks fuchtelnd ihre Bootsfahrt festhalten siehst, soll­test du trotzdem einer der Millionen sein und Venedig be­reisen.

     

    Fotos: dh