• Hochschulpolitik
  • Kaffee trinken für die Umwelt

    Luise Mosig

    In Leipzigs Mensen wird ab sofort „Coffee-To-Go“ in umweltfreundlichen Pappbechern ausgeschenkt.

    In den Mensen und Cafeterien des Studentenwerks Leipzig werden seit einigen Tagen Heißgetränke nur noch in Pappbechern ausgeteilt, deren Herstellung auf nachhaltiger Forstwirtschaft beruht.

    Die To-Go-Becher aus Pappe stellen eine Ergänzung zu den vorrangig eingesetzten Porzellantassen dar und werden nur aufgrund ihrer Unverzichtbarkeit an den Hochschulen der Stadt verwendet, erklärt Uwe Kubaile, Leiter der Mensen und Cafeterien des Studentenwerks: „Selbstverständlich ist die Verwendung von Porzellan aus unserer Sicht die erste Wahl. Da die Studierenden ihre Heißgetränke in den knappen Vorlesungspausen aber nicht immer in der Cafeteria austrinken können, besteht der Bedarf an einer ergänzenden Bereitstellung eines Pappbechers. Umso wichtiger war es uns, dass diese Becher nun aus nachhaltiger Herstellung kommen.“ Die Leipziger Umstellung auf umweltschonende Becher ist Teil einer Initiative aller ostdeutschen Bundesländer, Nachhaltigkeit an Hochschulen zu fördern.

    Die Maßnahme besteht darin, dass die Produktion der Becher künftig nach dem sogenannten PEFC-Standard, dem Standard für das „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, abläuft. Dieses internationale Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung zielt darauf ab, den Wald auf schonende ökonomische und ökologische Weise zu nutzen und somit sowohl den Waldbestand als auch Tier- und Pflanzenarten zu schützen.

    Währenddessen fordert die Grüne Fraktion im Stadtrat, dass Leipzig ein Mehrwegsystem für To-Go-Becher einführen soll. In Freiburg in Baden-Würtemberg wird dieses umweltschonende Modell bereits getestet.

    Ende 2015 ergriff die Fraktion bereits die Initiative und setzte kleine Veränderungen durch, wie Anett Ludwig, umweltpolitische Sprecherin der Grünen, erklärt: „Leipzig ist von großen Abfallmengen betroffen, von denen viele in den öffentlichen Abfallbehältern oder auch im öffentlichen Grün (Unterwegsabfall) entsorgt werden. Unser letztjähriger Vorstoß hat zumindest dazu geführt, dass es bei ausgewählten Anbietern Rabatte gibt, sofern ein eigener Becher mitgebracht wird. Freiburg macht uns nun vor, dass auch deutlich größere Schritte möglich und richtig sind.“

    Foto: lm