• Hochschulpolitik
  • Vorzeitig ausgebremst

    Dennis Hänel

    Vor der Rektorenwahl der Universität Leipzig im Oktober wurden die beiden uniinternen Bewerber vom Hochschulrat disqualifiziert - darunter die amtierende Rektorin Beate Schücking.

    Die amtierende Rektorin der Universität Leipzig Beate Schücking darf nach eigener Aussage nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Die sich seit 2011 im Amt befindliche Medizinerin wollte für eine zweite Amtsperiode kandidieren, wurde jedoch vom Hochschulrat vorzeitig ausgebremst. In einem Interview mit der „ZEIT“ sagte Schücking, sie sei „außerordentlich bestürzt“ und zeigte sich von dieser ihr angetragenen Entscheidung überrascht. Der Vorsitzende des Hochschulrates Reinhold Grimm, informierte Schücking telefonisch über diese Entscheidung während ihres Urlaubes. Die Rektorin hatte erst im Juni bekanntgegeben, für eine zweite Amtszeit antreten zu wollen.

    Bei dem Hochschulrat handelt es sich um ein Gremium, welches unter anderem für das Vorschlagen eines geeigneten Kandidaten für den Rektoratsposten zuständig ist. Die Vorschläge werden anschließend an den erweiterten Hochschulsenat, eine legislative Instanz, weitergeleitet und die Senatoren wählen die vorgeschlagene Person für fünf Jahre. Bereits Ende letzten Jahres habe Schücking laut eigener Aussage im Hochschulrat angefragt, ob sie für eine zweite Amtszeit kandidieren solle, was ihr gegenüber bejaht wurde. Umso überraschender die plötzliche Kehrtwende. Neben ihr gab es noch einen weiteren uniinternen Kandidaten, Prof. Dr. Jürgen Haase, Dekan an der Fakultät für Geowissenschaften und Physik. Neben Schücking wurde auch Haase im Vorfeld disqualifiziert, sodass nur noch zwei uniexterne Bewerber im Rennen sind.

    Schücking hatte in ihrer vierjährigen Amtszeit u.a. eine Verwaltungsreform innerhalb der Universität eingeleitet, sowie die Forschung auf struktureller Ebene ausgeweitet. Die 59-Jährige setzte sich auch vehement gegen die von der Landesregierung angeforderten Kürzungsmaßnahmen zur Wehr.

    Ob die Entscheidung schlussendlich politisch motiviert war und warum sich der Hochschulrat so kurzfristig gegen Beate Schücking entschieden hat und auch Jürgen Haase nicht zugelassen wurde, ist bis dato unklar.

    Fot: Beate Schücking 2007 (Quelle: Wikipedia/Dantheman22)