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    Sophia Neukirchner

    Mit der kostenlosen App „qlearning“ wertvolle Prüfungszeit optimal nutzen.

    „qlearning“ setzt auf Schwarmintelligenz. Die Entwickler der kostenlosen Smartphone App möchten das Klausurwissen von Studierenden über Stadtgrenzen und Generationen hinweg vernetzen.

    Die sorgfältige Klausurausarbeitung sei zu schade, um sie nicht zu teilen und der einfache Zugang zu einer Fülle an Altfragen kann die Prüfungsvorbereitung enorm erleichtern, erläutert Felix Klühr, der Geschäftsführer, die Idee hinter „qlearning“.

    Das Programm bietet zahlreiche Kurse an, die sich am Vorlesungsstoff der universitären Module orientieren und von Studierenden erstellt worden, die dieses Modul bereits mit „sehr gut“ abgeschlossen haben. Kontrolliert werden die Materialien durch einen zweiten Studenten, der dieses Fach ebenfalls erfolgreich absolviert hat. Im Idealfall lernt man also exakt die Inhalte und Klausurfragen, die in den letzten Jahren abgefragt worden. Jeder Kurs besteht aus über hundert Karteikarten und genauso vielen Multiple-Choice-Fragen.

    „Eine App dafür ergibt extrem viel Sinn.“, bekräftigt Felix, „gerade für die Fülle an Multiple-Choice-Fragen, die es besonders in den Wirtschaftswissenschaften gibt.“

    Innerhalb der Anwendung ist die Anordnung der Fragen zufällig, so dass niemand in die Versuchung kommen kann, eine Reihenfolge auswendig zu lernen. Neben dem offensichtlichen Vorteil, effizient auch unterwegs lernen zu können, gibt es ein besonderes Zusatzfeature ähnlich der Unterhaltungsapplikation „Quiz-Duell“: Man kann Kommilitonen herausfordern und den Lernerfolg untereinander messen.

    Für die Universität Leipzig existieren zurzeit nur zwei Kurse: Klassischer Betriebswirtschaftskurs und Technik des Rechnungswesen bei Professor Schmidt.

    Damit spätestens zur nächsten Klausurphase noch viel mehr Kurse angeboten werden können ist das junge Team ständig auf der Suche nach studentischen Tutoren. Deren Zuarbeit wird mit 150 Euro je Kurs vergütet und auch die Kontrolleure erhalten eine Entlohnung. Um diese zu finanzieren, kostet der Erwerb zumindest der Karteikarten für den Nutzer etwa 5 Euro, die Übungsfragen sind aber immer kostenlos.

    Gern würden die jungen Entwickler auch die jeweiligen Dozenten in die Überprüfung und Erstellung der Inhalte einbeziehen, die Resonanz ist jedoch mäßig: „Das ganze Thema mobiles Lernen scheint bei den Professoren noch nicht so ganz angekommen zu sein.“

    Vereinzelt klappt die Zusammenarbeit mit den Universitäten jedoch schon sehr gut, zum Beispiel an der TU München, wo das studentische Projekt entstand. Die Entwickler waren zu ihrer eigenen Prüfungszeit von den teuren Repetitorien, die angeboten wurden, enttäuscht und ganz nebenbei auch von den anspruchsvollen Mieten in München. Dass Felix und sein Kommilitone Korbinian BWL und nicht Informatik studierten stellte die erste Hürde auf dem Weg zum eigenen Start-Up dar. Schnell fanden sich im Freundeskreis gewillte Programmierer, nur wollten die natürlich auch bezahlt werden. Das war jedoch nicht mit dem Anspruch einer kostenlosen App für ihre Zielgruppe zu vereinbaren. Die Lösung fand sich im Anwerben von Sponsoren. Dabei verknüpfen sie innerhalb der App das Kursthema mit dem jeweilig auftretenden Sponsor. Felix erläutert das Konzept: „Wenn eine Beratung sich gerade für BWL-Studenten interessiert, die sich auf Strategie spezialisieren, wird deren Werbung genau in diesem Kurs angezeigt. Oder du als App-Nutzer interessierst dich für Marketing – dann ist dieser Arbeitgeber vielleicht was für dich?“

    Mit ihrer Idee erreichen sie bereits über 60.000 Studenten an 100 Universitäten und das sogar über die Landesgrenzen hinweg. Seit Oktober 2013 arbeiten sie in Vollzeit in einem eigenen Büro. Für das Erschließen der ausländischen Märkte, wie Frankreich oder Skandinavien, bieten sie Praktikumsplätze an ihrem Standort in Berlin an.