Politik

Peer Pasternack, Professor für Soziologie und Direktor des Instituts für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle, erfand den Stura. Die Studierendenvertretung an der Uni Leipzig war die erste ihrer Art in Ostdeutschland und feierte dieses Jahr 25. Geburtstag. Student!-Redakteure Annina Häfemeier und Julian Friesinger sprachen mit ihm über die Anfänge des Stura und die damaligen Herausforderungen.

Der Protest gegen den Stellenabbau an der Universität Leipzig radikalisiert sich. Fast ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der neuesten Kürzungspläne – Theaterwissenschaft und Archäologie stehen vor dem Aus – und drei Wochen nach der Massendemonstration durch die Leipziger Innenstadt haben sich etwa 15 Studenten der Theaterwissenschaft für eine neue Protestform entschieden: der Besetzung des Unirektorates. Seit 7 Uhr halten sie sich im Vorzimmer des Büros von Rektorin Beate Schücking auf. Auf dem Balkon haben die Besetzer ein Banner Richtung Goethestraße gespannt.

„In elf Wochen ist Landtagswahl und wir wollen wissen: Wo stehen die Parteien in Sachen Hochschulpolitik”, eröffnete Robert Briest von der unabhängigen Studentenzeitung der Universität Leipzig student! die Podiumsdiskussion „Hochschulpolitik sezieren”. Gemeinsam mit Daniela Schmidt vom Studentenradio Mephisto 97.6 sprachen sie im großen Hörsaal für Anatomie der Universität Leipzig am vergangenen Dienstagabend eineinhalb Stunden mit Mitgliedern des Landtages über die Hochschulpolitik in Sachsen. Vordergründig ging es um die Stellenkürzungen an den sächsischen Hochschulen, insbesondere an der Uni Leipzig. Weiterhin wurden das Kooperationsverbot des Bundes und Länder bezüglich der Unis und die steigende Bedeutung der Drittmittel für Forschung und Lehre an den Hochschulen diskutiert.

Kultur

Im Sommer 1985 erobert der Breakdance die DDR und damit auch den 18-jährigen Frank (Gordon Kämmerer). Dieser versucht in Dessau erfolglos einen ordentlichen sozialistischen Lebensstil zu pflegen, als er den amerikanischen Tanzfilm „Beatstreet“ im Kino sieht. Er ist begeistert von Musik und Tanzform und setzt das Gesehene sofort auf der Straße um. Sehr zum Leidwesen der leitenden Funktionäre. Jegliche Individualisierung, selbst wenn sie wie beim Breakdance zum Tanzstil gehört, sind nicht gern gesehen.

Was passiert, wenn die Welt plötzlich Kopf steht, nichts mehr ist wie zuvor und das bisherige Leben in Scherben liegt? Als die ehemalige Pianistin und erfolgreiche Karrierefrau Kate (Hilary Swank) die Diagnose ALS erhält, bricht ihr scheinbar ideales Leben zusammen. ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) bewirkt die irreversible Schädigung des Nervensystems und befällt Neuronen, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind. Innerhalb von zwei Jahren degeneriert Kates Muskelsystem, was sie an den Rollstuhl fesselt.

Vor acht Jahren veröffentlichte die Leipziger Autorin Rebecca Maria Salentin ihren ersten Roman „Hintergrundwissen eines Klavierstimmers“. Jetzt hat die Leipziger Autorin mit „Schuld war Elvis“ einen weiteren Roman herausgebracht. Vielen Leipzigern ist sie außerdem als Inhaberin vom „Zierlich Manierlich“ bekannt, dem Café in dem leuchtend grünen Zirkuswagen am Elsterbecken. Mit student!-Redakteurin Anne Uhlig sprach sie über Großfamilien, Papageien und deutsch-jüdische Beziehungen.

Wissenschaft

Schnell füllten sich die Kommentarspalten der lokalen Medienwebsiten, als am 23. Januar die Universität Leipzig eine Pressemitteilung veröffentlichte, laut der die Demonstration des islamkritischen Bündnisses Legida am vergangenen Mittwoch kleiner war als die Polizei angab. Ein Team der Soziologie fand heraus, dass Legida nur 5.000 Teilnehmer auf die Straße brachte, die Behörden hatten zuvor von 15.000 gesprochen. student!-Redakteur Alexander Sinoviev hatte Gelegenheit, mit Stephan Poppe, Dozent für Statistik am Institut für Soziologie der Uni Leipzig und seinem studentischen Team, bestehend aus Clara Dilger, Marcel Sarközi und Lasse Emden, zu sprechen. Mit dem Aufkommen der Legidademonstrationen bot sich den Wissenschaftlern die Gelegenheit, selbst eine soziologische Zählung durchzuführen. Dabei ging es ihnen, laut eigener Aussage, nicht darum, die Zahlen der Polizei zu widerlegen, im Fokus stand das wissenschaftliche Interesse. Für die Teammitglieder ist es aber auch eine Frage des Berufsethos: „Als Soziologiestudierender ist man schon verpflichtet zu forschen, wenn in der eigenen Stadt solche Demonstrationen stattfinden“, meint ein Teammitglied.
Die grüne Gentechnik wird heiß diskutiert. Jens Jetzkowitz, der den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie der Soziologie in Halle vertritt und sich unter anderem mit den Wechselwirkungen moderner Gesellschaften und ihren biophysischen Umweltsystemen befasst, war bereit, unserem Redakteur Martin Peters einige Fragen zum gesellschaftlichen Umgang mit grüner Gentechnik und dem Verhältnis von Gesellschaft und Umwelt zu beantworten.
Die Institute für klassische Archäologie, Theaterwissenschaften und für physikalische Chemie stehen wegen des Personalabbaus an der Uni Leipzig vor dem Aus. Gegen die Schließung der Fachbereiche regt sich seit Monaten vielfältiger Widerstand. Der Promovierendenrat der Uni Leipzig (ProRat) will mit seiner aktuellen Veranstaltungsreihe „Schiffbruch mit Tiger- die langen Nächte des Untergangs“ auf den wissenschaftlichen Verlust, der durch die Kürzungen droht, aufmerksam machen, indem Doktoranden aus den bedrohten Disziplinen ihre Arbeiten vorstellen. student! stellt drei dieser Projekte vor:

Leipzig

Sonntagnachmittag 17.00 Uhr: Die Messehallen leeren sich, endlich gibt es Platz zum Atmen. Viel passiert jetzt nicht mehr. Ein idealer Zeitpunkt, sich einzelne Stände ohne Gedränge noch einmal in aller Ruhe anzuschauen und die Leipziger Buchmesse 2015 Revue passieren zu lassen.
Auch am dritten Tag der Messe haben sich zur Eröffnung bereits lange Schlangen in den Eingangshallen des Geländes gebildet, die Wartenden sind prächtig kostümiert, schick oder in Alltagskleidung. Augenfällig ist, dass die Manga Anime Convention schon im zweiten Jahr ihres Bestehens zum Besuchermagneten, jugendlicher und erwachsener Fans der japanischen Comics und Zeichentrickfilme avancierte und ihre Besucher einen Großteil der ganz frühen Vögel ausmachten. Doch auch die gewöhnlichen Messegänger ließen nicht lange auf sich warten und kurz nach zehn schoben sich bereits Jung und Alt durch die Messehallen, auf dem Weg zu einer favorisierten Lesung, künstlerisch-musikalischen Darbietungen, wie sie in Halle 5 im Musikzimmer und der Instrumentenwerkstatt zu bestaunen waren, oder einfach zum Schlendern.
Erwartungsgemäß voll, aber noch halbwegs erträglich, beginnt der Freitag auf der Leipziger Buchmesse. Die Halle 1 ist in diesem Jahr erstmals ausschließlich reserviert für Cosplayer, Manga- und Animefans, sowie weitere Freunde des Leicht-Bekleidet-Seins in der Öffentlichkeit. Trotzdem ist die absolute Mehrheit der sich durch die Reihen der ersten Halle schiebenden Besucher in normaler Kleidung unterwegs.

Thema

Über das Trinken ist schon viel ge­schrie­ben worden. In Weinfibeln wird der höhere Genuss mit prä­ten­tiösem Vokabular propagiert. In sachlichem Beamtendeutsch warnt die Drogenbeauftragte der Bun­desregierung vor den Ge­fah­ren des Suchtstoffs Alkohol. Und dann gibt es noch Bücher wie die von Peter Richter. Bücher, die wie der Ge­nuss von Alkohol selbst ein­fach bei Laune halten und für (Aus-)Ge­­lassenheit beim Alkohol­kon­­sum eine Lanze brechen. Hier wird keine nüchterne Ar­gu­men­ta­tion von einerseits und an­de­rer­seits betrieben, sondern in die Vol­len gegangen.

Alkoholkonsum hat in Deutsch­land eine lange Tra­di­tion. Bereits die alten Ger­ma­nen gingen mit Alkohol relativ locker um: Schrien ihre Babys zu lange, wur­­den die Schnuller kurzerhand in Bier getaucht, um für einen tie­fen Schlaf zu sorgen. Und selbst in wich­ti­gen politischen Abkommen, wie dem Versailler Vertrag von 1919, in dem verklausuliert wurde, dass die Wa­­­renbezeichnung Cognac nicht mehr für deutsche Produkte ver­wen­det werden darf, erhielt der Alkohol sei­­nen Platz.

Kli­schees bezüglich al­ko­hol­ab­sti­nenter Studenten reichen vom braven, ver­ant­wor­tungs­be­wussten Chauffeur vom Dienst bis zum stubenhockenden Griesgram, der An­deren den Spaß verderben möch­­te. Für letzteres lieferte eine Stu­die aus Norwegen Belege. Bei der Be­­fra­gung von knapp 40.000 Men­schen zeig­te sich, dass sowohl starke Al­­ko­ho­liker als auch vollkommene Nicht­­­trin­ker häufiger depressiv wa­ren, als mo­derate Trinker.

Service

„qlearning“ setzt auf Schwarmintelligenz. Die Entwickler der kostenlosen Smartphone App möchten das Klausurwissen von Studierenden über Stadtgrenzen und Generationen hinweg vernetzen.

Ab dem kommenden Wintersemester fahren auch Leipzigs Uni-Studenten mit ihrem Semsterticket durch den Citytunnel. Mit 61,66 Prozent stimmten sie für die Einführung des Volltickets des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV). Dieses wird im gesamten Gebiet des MDV gelten, also für Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen und Nahverkehrszüge. Der Stura der Universität Leipzig hatte Ende Januar eine Online-Befragung durchgeführt, bei der sich die Studenten zwischen dem MDV-Ticket und dem noch geltenden Sockel-Ticket der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) entscheiden konnten.

Der Stura der Uni Leipzig lässt in dieser Woche wieder über die Zukunft des Semestertickets abstimmen. Erst vor zwei Jahren hatte sich eine Mehrheit der Befragten für das LVB-Sockelbeitragsmodell ausgesprochen. Neben diesem steht ein Vollticket des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV) zur Wahl.

Perspektive

Christian Stangl und Alexander Huber zählen zu den Extremalpinisten. Der eine hat bereits die drei höchsten Berge aller sieben Kontinente erklommen – zumeist im Laufschritt –, der andere ist Free Climber mit Neigung zum Extrem. Auf einer Veranstaltung eines Leipziger Reiseanbieters berichteten die beiden am Wochenende über ihre Abenteuer.

Da zwinkert er. Napoleon Bonaparte. Selbstgekrönter französischer Kaiser, gewiefter Feldherr, Despot. Und nun auch Werbeträger. Das rechte Auge zugekniffen, die linke Hand obligatorisch in der Oberbekleidung gesteckt blickt er von den Werbeplakaten der Leipziger Verkehrsbetriebe. Mit der "BonaCard", natürlich für 18,13 Euro erhältlich, können Gäste des Völkerschlachtjubiläums vier Tage lang durch Leipzig fahren. Und Gäste sollen Mitte Oktober möglichst viele nach Leipzig kommen, wenn es nach dem Willen des Stadt und ihrer Marketing GmbH geht.

Unweit des Völkerschlachtdenkmals steht ein riesiger grauer Findling. Die Inschrift ist nicht mehr zu lesen, seine Bedeutung nahezu vergessen. Er wirkt wie ein Relikt aus längst vergessenen Zeiten. Bis zur Entfernung im Jahr 1949 befand sich die Inschrift „Deutsche, Gedenkt Eurer Kolonien“ auf dem Stein. Ursprünglich sollte dort ein Denkmal zu Ehren der in den Kolonien gefallenen Soldaten entstehen. Aufgrund des Verlustes der Kolonien im Ersten Weltkrieg errichtete man stattdessen 1918 diesen Gedenkstein.

Neuste Meldungen

Kostprobe

Im Sommer 1985 erobert der Breakdance die DDR und damit auch den 18-jährigen Frank (Gordon Kämmer

Was passiert, wenn die Welt plötzlich Kopf steht, nichts mehr ist wie zuvor und das bisherige Leb