Politik

Der Protest gegen den Stellenabbau an der Universität Leipzig radikalisiert sich. Fast ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der neuesten Kürzungspläne – Theaterwissenschaft und Archäologie stehen vor dem Aus – und drei Wochen nach der Massendemonstration durch die Leipziger Innenstadt haben sich etwa 15 Studenten der Theaterwissenschaft für eine neue Protestform entschieden: der Besetzung des Unirektorates. Seit 7 Uhr halten sie sich im Vorzimmer des Büros von Rektorin Beate Schücking auf. Auf dem Balkon haben die Besetzer ein Banner Richtung Goethestraße gespannt.

„In elf Wochen ist Landtagswahl und wir wollen wissen: Wo stehen die Parteien in Sachen Hochschulpolitik”, eröffnete Robert Briest von der unabhängigen Studentenzeitung der Universität Leipzig student! die Podiumsdiskussion „Hochschulpolitik sezieren”. Gemeinsam mit Daniela Schmidt vom Studentenradio Mephisto 97.6 sprachen sie im großen Hörsaal für Anatomie der Universität Leipzig am vergangenen Dienstagabend eineinhalb Stunden mit Mitgliedern des Landtages über die Hochschulpolitik in Sachsen. Vordergründig ging es um die Stellenkürzungen an den sächsischen Hochschulen, insbesondere an der Uni Leipzig. Weiterhin wurden das Kooperationsverbot des Bundes und Länder bezüglich der Unis und die steigende Bedeutung der Drittmittel für Forschung und Lehre an den Hochschulen diskutiert.

Vor vier Jahren hat sich der Hochschulrat als oberstes Aufsichtsgremium der Universität Leipzig konstituiert. Die ehemalige Generalbundesanwältin Mo­­­­nika Harms übernahm den Vorsitz. Vor Kurzem erklärte sie, ihr Amt Ende Juni niederlegen zu wollen. Über die Gründe für ihren Rücktritt schwieg sie bislang jedoch. Im Gespräch mit den student!-Redakteuren Robert Briest und René Loch wirft sie nun dem Rektorat Ideenlosigkeit und mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit vor.

Kultur

Von allen Mythen und Legenden, die sich um historische Ereignisse ranken, ist die des Hercules wohl die langlebigste. Bereits in Homers Ilias aus dem siebten Jahrhundert v. Chr. ist von dem Halbgott die Rede. Der mythische Stoff wurde schon in zahlreichen Filmen umgesetzt, zuletzt 2013 in dem schwachen „The Legend of Hercules“. Nun wagte sich Brett Ratner („Rush Hour“, „Roter Drache“) an den Hercules-Mythos und entschied sich für Dwayne „The Rock” Johnson in der Rolle des Helden. Schafft es der US-amerikanische Regisseur, der Thematik neuen Schwung zu verleihen oder bleibt es lediglich bei einfallsloser Keulenschwingerei?

 Was tun wenn man ausstirbt? Diese Frage treibt Priester Fabian in Vinko Brešans Film „Gott Verhüte!“ um, als er feststellt, dass in seiner kleinen Gemeinde immer mehr Menschen sterben, als das Licht der Welt erblicken. Der junge Priester, welcher frisch ausgebildet seine erste Stelle auf einer kleinen kroatischen Insel antritt, findet die Wurzel des Problems in den Verhütungsmitteln. Zusammen mit einer kleinen Gruppe kinderfanatischer Inselfreunde sorgt er dafür das Kondome und Pillen Sex nicht mehr als kostenfreien Zeitvertreib ermöglichen.

Hicks ist Häuptlingssohn auf der versteckten Wikingerinsel Berk, die regelmäßig von Drachen heimgesucht wird. Sie rauben Schafe und brennen Häuser nieder. Doch als sich Hicks heimlich um den  verletzten schwarzen Nachtschatten-Drachen Ohnezahn kümmert, entdeckt er das Geheimnis hinter den Bestien und kann die drachenhassende Dorfgemeinschaft vom Nutzen der Fabeltiere überzeugen. Das Ganze wurde so erstaunlich, unkonventionell und einfach gut umgesetzt, dass „Drachenzähmen leicht gemacht“ den Animationsfilm-Oscar 2011 absolut verdient hätte.

Wissenschaft

Die grüne Gentechnik wird heiß diskutiert. Jens Jetzkowitz, der den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie der Soziologie in Halle vertritt und sich unter anderem mit den Wechselwirkungen moderner Gesellschaften und ihren biophysischen Umweltsystemen befasst, war bereit, unserem Redakteur Martin Peters einige Fragen zum gesellschaftlichen Umgang mit grüner Gentechnik und dem Verhältnis von Gesellschaft und Umwelt zu beantworten.
Die Institute für klassische Archäologie, Theaterwissenschaften und für physikalische Chemie stehen wegen des Personalabbaus an der Uni Leipzig vor dem Aus. Gegen die Schließung der Fachbereiche regt sich seit Monaten vielfältiger Widerstand. Der Promovierendenrat der Uni Leipzig (ProRat) will mit seiner aktuellen Veranstaltungsreihe „Schiffbruch mit Tiger- die langen Nächte des Untergangs“ auf den wissenschaftlichen Verlust, der durch die Kürzungen droht, aufmerksam machen, indem Doktoranden aus den bedrohten Disziplinen ihre Arbeiten vorstellen. student! stellt drei dieser Projekte vor:
Im April veröffentlichte der Intergovernmental Panel for Climate Change (IPCC) den dritten Teil des fünften Weltklimaberichts. student!-Chefredakteurin Julia-Marie Czerwonatis sprach mit Thomas Bruckner, Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement an der Uni Leipzig und einer der Mitwirkenden des IPCC-Berichtes.

Leipzig

„Wir setzen darauf, dass man Funsport auf verschiedene Arten und Weisen erleben kann. Von den Klassikern wie Beachsoccer oder Beachvolleyball bis hin zu neuen Ideen wie dem Beachathlon, einer Strandversion des Biathlon“, erklärt Eric Döcke, während er an einem warmen Augustnachmittag im kühlen Schatten auf einer Holzbank sitzt. Mit seinen weinroten Shorts, dem grauen T-Shirt und den hellblonden Haaren unter dem Basecap merkt man sofort, dass er sich am Strand in der Sonne am wohlsten fühlt. Genau deshalb veranstaltet er in diesem Jahr erstmalig gemeinsam mit seinem Partner Marcel Schöps auf dem Gelände der Hacienda die LE Beach Days.
„Mülltonen sind ja selten konservativ oder sozialdemokratisch”, leitete Astrid Lorenz, Direktorin des Instituts für Politikwissenschaften der Universität Leipzig, die Podiumsdiskussion „Kommunalwahlen – mehr Personen- als Parteiwahl?” ein. Sie fragte die teilnehmenden Diskutierenden, ob in den Kommunalwahlen nun eher die zur Wahl stehenden Personen oder etwa die Parteiprofile zur Geltung kommen. Auf der wenig besuchten Veranstaltung am letzten Mittwoch waren Parteivertreter von fünf Parteien, die allesamt im Stadtrat vertreten sind, eingeladen: Karsten Albrecht (CDU), Reik Hasselbarth (FDP), für den stellvertretend René Hobusch (FDP) erschien, Norman Volger (B’90/Grüne), Juliane Nagel (Linke) und Christopher Zenker (SPD).
Am Samstag, dem 3. Mai fand das 5. Straßenfest der Georg-Schwarzstraße dezentral in Hinterhöfen und auf den Straßen statt. Als Anwohnerin und Tanzwütige musste ich natürlich Teil von dem Versuch werden, die Vielfalt des kulturellen Lebens des Stadtteils Lindenau aufzuzeigen. Ab 10 Uhr wurde an verschiedenen Stellen Programm angeboten und dabei kamen Livemusik, Kinderspaß, Flohmarkt, Essen und Trinken nicht zu kurz.

Thema

Über das Trinken ist schon viel ge­schrie­ben worden. In Weinfibeln wird der höhere Genuss mit prä­ten­tiösem Vokabular propagiert. In sachlichem Beamtendeutsch warnt die Drogenbeauftragte der Bun­desregierung vor den Ge­fah­ren des Suchtstoffs Alkohol. Und dann gibt es noch Bücher wie die von Peter Richter. Bücher, die wie der Ge­nuss von Alkohol selbst ein­fach bei Laune halten und für (Aus-)Ge­­lassenheit beim Alkohol­kon­­sum eine Lanze brechen. Hier wird keine nüchterne Ar­gu­men­ta­tion von einerseits und an­de­rer­seits betrieben, sondern in die Vol­len gegangen.

Alkoholkonsum hat in Deutsch­land eine lange Tra­di­tion. Bereits die alten Ger­ma­nen gingen mit Alkohol relativ locker um: Schrien ihre Babys zu lange, wur­­den die Schnuller kurzerhand in Bier getaucht, um für einen tie­fen Schlaf zu sorgen. Und selbst in wich­ti­gen politischen Abkommen, wie dem Versailler Vertrag von 1919, in dem verklausuliert wurde, dass die Wa­­­renbezeichnung Cognac nicht mehr für deutsche Produkte ver­wen­det werden darf, erhielt der Alkohol sei­­nen Platz.

Kli­schees bezüglich al­ko­hol­ab­sti­nenter Studenten reichen vom braven, ver­ant­wor­tungs­be­wussten Chauffeur vom Dienst bis zum stubenhockenden Griesgram, der An­deren den Spaß verderben möch­­te. Für letzteres lieferte eine Stu­die aus Norwegen Belege. Bei der Be­­fra­gung von knapp 40.000 Men­schen zeig­te sich, dass sowohl starke Al­­ko­ho­liker als auch vollkommene Nicht­­­trin­ker häufiger depressiv wa­ren, als mo­derate Trinker.

Service

Ab dem kommenden Wintersemester fahren auch Leipzigs Uni-Studenten mit ihrem Semsterticket durch den Citytunnel. Mit 61,66 Prozent stimmten sie für die Einführung des Volltickets des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV). Dieses wird im gesamten Gebiet des MDV gelten, also für Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen und Nahverkehrszüge. Der Stura der Universität Leipzig hatte Ende Januar eine Online-Befragung durchgeführt, bei der sich die Studenten zwischen dem MDV-Ticket und dem noch geltenden Sockel-Ticket der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) entscheiden konnten.

Der Stura der Uni Leipzig lässt in dieser Woche wieder über die Zukunft des Semestertickets abstimmen. Erst vor zwei Jahren hatte sich eine Mehrheit der Befragten für das LVB-Sockelbeitragsmodell ausgesprochen. Neben diesem steht ein Vollticket des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV) zur Wahl.

Immer mehr Studenten des In­sti­tuts für In­for­ma­­tik der Universität Leip­zig gründen ihre eigenen Firmen. Über diese Ent­wick­lung sprach stu­dent!-Re­dak­teur De­nis Gießler mit Ger­hard He­y­er, Lehrstuhlinhaber für Au­tomati­sche Sprachverarbeitung, über Chan­cen und Start­schwie­rig­kei­ten von neu­ge­grün­de­ten, jun­gen In­for­ma­tik­un­ter­neh­men.

student!: Wann gab es die ersten Firmenausgründungen am Institut für Informatik?

Perspektive

Christian Stangl und Alexander Huber zählen zu den Extremalpinisten. Der eine hat bereits die drei höchsten Berge aller sieben Kontinente erklommen – zumeist im Laufschritt –, der andere ist Free Climber mit Neigung zum Extrem. Auf einer Veranstaltung eines Leipziger Reiseanbieters berichteten die beiden am Wochenende über ihre Abenteuer.

Da zwinkert er. Napoleon Bonaparte. Selbstgekrönter französischer Kaiser, gewiefter Feldherr, Despot. Und nun auch Werbeträger. Das rechte Auge zugekniffen, die linke Hand obligatorisch in der Oberbekleidung gesteckt blickt er von den Werbeplakaten der Leipziger Verkehrsbetriebe. Mit der "BonaCard", natürlich für 18,13 Euro erhältlich, können Gäste des Völkerschlachtjubiläums vier Tage lang durch Leipzig fahren. Und Gäste sollen Mitte Oktober möglichst viele nach Leipzig kommen, wenn es nach dem Willen des Stadt und ihrer Marketing GmbH geht.

Unweit des Völkerschlachtdenkmals steht ein riesiger grauer Findling. Die Inschrift ist nicht mehr zu lesen, seine Bedeutung nahezu vergessen. Er wirkt wie ein Relikt aus längst vergessenen Zeiten. Bis zur Entfernung im Jahr 1949 befand sich die Inschrift „Deutsche, Gedenkt Eurer Kolonien“ auf dem Stein. Ursprünglich sollte dort ein Denkmal zu Ehren der in den Kolonien gefallenen Soldaten entstehen. Aufgrund des Verlustes der Kolonien im Ersten Weltkrieg errichtete man stattdessen 1918 diesen Gedenkstein.

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