Politik

Peer Pasternack, Professor für Soziologie und Direktor des Instituts für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle, erfand den Stura. Die Studierendenvertretung an der Uni Leipzig war die erste ihrer Art in Ostdeutschland und feierte dieses Jahr 25. Geburtstag. Student!-Redakteure Annina Häfemeier und Julian Friesinger sprachen mit ihm über die Anfänge des Stura und die damaligen Herausforderungen.

Der Protest gegen den Stellenabbau an der Universität Leipzig radikalisiert sich. Fast ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der neuesten Kürzungspläne – Theaterwissenschaft und Archäologie stehen vor dem Aus – und drei Wochen nach der Massendemonstration durch die Leipziger Innenstadt haben sich etwa 15 Studenten der Theaterwissenschaft für eine neue Protestform entschieden: der Besetzung des Unirektorates. Seit 7 Uhr halten sie sich im Vorzimmer des Büros von Rektorin Beate Schücking auf. Auf dem Balkon haben die Besetzer ein Banner Richtung Goethestraße gespannt.

„In elf Wochen ist Landtagswahl und wir wollen wissen: Wo stehen die Parteien in Sachen Hochschulpolitik”, eröffnete Robert Briest von der unabhängigen Studentenzeitung der Universität Leipzig student! die Podiumsdiskussion „Hochschulpolitik sezieren”. Gemeinsam mit Daniela Schmidt vom Studentenradio Mephisto 97.6 sprachen sie im großen Hörsaal für Anatomie der Universität Leipzig am vergangenen Dienstagabend eineinhalb Stunden mit Mitgliedern des Landtages über die Hochschulpolitik in Sachsen. Vordergründig ging es um die Stellenkürzungen an den sächsischen Hochschulen, insbesondere an der Uni Leipzig. Weiterhin wurden das Kooperationsverbot des Bundes und Länder bezüglich der Unis und die steigende Bedeutung der Drittmittel für Forschung und Lehre an den Hochschulen diskutiert.

Kultur

Dr. Alice Howland (Julianne Moore), 50-jährige Professorin für Linguistik an der New Yorker Columbia University steht mitten im Leben. Ihr Ehemann John (Alec Baldwin) liebt sie, ihre drei Kinder sind erwachsen und, mit Ausnahme der Jüngsten (Kristen Stewart), erfolgreich im Job. Als Alice an der Universität von Los Angeles einen wichtigen Vortrag halten soll, möchte ihr partout ein Wort nicht mehr einfallen. Das Publikum wird unruhig und Alice fällt aus dem Konzept. Sowas kann jedoch mal passieren und sie tut es als einmaligen Vorfall ab.

Nach Weltkriegsfilmen wie „The Flag of our fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ aus dem Jahr 2006 bedient sich Altmeister Clint Eastwood wieder der Kriegsthematik, die auf wahren Ereignissen beruht. Dieses Mal verfilmte er das Leben des Scharfschützen und Irakkriegsveteranen Chris Kyle. Eastwood verschwendet nicht viel Zeit und macht schnell klar aus welchem Holz Kyle (Bradley Cooper) geschnitzt ist. So wird gezeigt wie sein Vater ihn bereits im Kindesalter mit auf die Jagd nimmt und ihm beibringt besonders viel Acht auf sein Gewehr zu geben.

„Ich kenne einen Kinderreim, ich summe ihn so vor mich hin, wenn in meinem Kopf anfängt, alles verrückt zu spielen.“ Dani (Merlin Rose) irrt durch einen altes, dunkles Gebäude auf der Suche nach seinem Freund Mark (Joel Basman). Völlig zugedröhnt und nur schwer durch das fahle, dämmernde Licht erkennbar, haust dieser in einem heruntergekommenen Kino, das seine beste Zeit bereits hinter sich hat. Dani erinnert sich an seine vergangene Zeit: „In meinem Kopf beginnen die Erinnerungen zu tanzen - an die Jahre, in denen alles anders wurde.“

Wissenschaft

Schnell füllten sich die Kommentarspalten der lokalen Medienwebsiten, als am 23. Januar die Universität Leipzig eine Pressemitteilung veröffentlichte, laut der die Demonstration des islamkritischen Bündnisses Legida am vergangenen Mittwoch kleiner war als die Polizei angab. Ein Team der Soziologie fand heraus, dass Legida nur 5.000 Teilnehmer auf die Straße brachte, die Behörden hatten zuvor von 15.000 gesprochen. student!-Redakteur Alexander Sinoviev hatte Gelegenheit, mit Stephan Poppe, Dozent für Statistik am Institut für Soziologie der Uni Leipzig und seinem studentischen Team, bestehend aus Clara Dilger, Marcel Sarközi und Lasse Emden, zu sprechen. Mit dem Aufkommen der Legidademonstrationen bot sich den Wissenschaftlern die Gelegenheit, selbst eine soziologische Zählung durchzuführen. Dabei ging es ihnen, laut eigener Aussage, nicht darum, die Zahlen der Polizei zu widerlegen, im Fokus stand das wissenschaftliche Interesse. Für die Teammitglieder ist es aber auch eine Frage des Berufsethos: „Als Soziologiestudierender ist man schon verpflichtet zu forschen, wenn in der eigenen Stadt solche Demonstrationen stattfinden“, meint ein Teammitglied.
Die grüne Gentechnik wird heiß diskutiert. Jens Jetzkowitz, der den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie der Soziologie in Halle vertritt und sich unter anderem mit den Wechselwirkungen moderner Gesellschaften und ihren biophysischen Umweltsystemen befasst, war bereit, unserem Redakteur Martin Peters einige Fragen zum gesellschaftlichen Umgang mit grüner Gentechnik und dem Verhältnis von Gesellschaft und Umwelt zu beantworten.
Die Institute für klassische Archäologie, Theaterwissenschaften und für physikalische Chemie stehen wegen des Personalabbaus an der Uni Leipzig vor dem Aus. Gegen die Schließung der Fachbereiche regt sich seit Monaten vielfältiger Widerstand. Der Promovierendenrat der Uni Leipzig (ProRat) will mit seiner aktuellen Veranstaltungsreihe „Schiffbruch mit Tiger- die langen Nächte des Untergangs“ auf den wissenschaftlichen Verlust, der durch die Kürzungen droht, aufmerksam machen, indem Doktoranden aus den bedrohten Disziplinen ihre Arbeiten vorstellen. student! stellt drei dieser Projekte vor:

Leipzig

Leipzig liest“ findet seit 24 Jahren im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Dahinter verbergen sich eine Reihe von Lesungen und literarische Diskussionsforen, die nicht nur auf dem Gelände der Messe, sondern an verschiedenen Orten in Leipzig stattfinden.

Als das fremdenfeindliche Bündnis Legida, das mittlerweile beim Amtsgericht Leipzig als Verein eingetragen ist, Ende Januar nur noch etwa 1.500 Anhänger zu einer stationären Kundgebung auf dem Augustusplatz mobilisieren konnte, sahen viele Beobachter und Gegner das Ende nahen. In den Februar würden sich die selbsternannten Abendlandsverteidiger noch retten können, doch spätestens im März wäre Legida nur noch das, was die Friedliche Revolution bereits ist – ein historisches Kapitel in der Geschichte Leipzigs.

Zu Beginn der Ratsversammlung am 25. Februar überreichten die Initiatoren von „Willkommen im Kiez“ ihre Petition „Für selbstbestimmtes Wohnen: Stoppt die größte kommunale Massenunterkunft für Asylsuchende Sachsens!“ dem Stadtrat. Zentrale Forderung dieser ist es, eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Leipzig zu ermöglichen und den Ausbau von Massenunterkünften für Asylsuchende wie jener in der Torgauer Straße zu stoppen, einen konkreten Schließungstermin für das Asylbewerberheim festzusetzen sowie einen runden Tisch unter Einbezug der Asylbewerber zu bilden. Es sei vor allem wichtig, die zahlreichen Alternativen, die es zum Asylbewerberheim gebe, bei der Entscheidung über einen weiteren Ausbau des Heims zu berücksichtigen, heißt es in der Petition.

Thema

Über das Trinken ist schon viel ge­schrie­ben worden. In Weinfibeln wird der höhere Genuss mit prä­ten­tiösem Vokabular propagiert. In sachlichem Beamtendeutsch warnt die Drogenbeauftragte der Bun­desregierung vor den Ge­fah­ren des Suchtstoffs Alkohol. Und dann gibt es noch Bücher wie die von Peter Richter. Bücher, die wie der Ge­nuss von Alkohol selbst ein­fach bei Laune halten und für (Aus-)Ge­­lassenheit beim Alkohol­kon­­sum eine Lanze brechen. Hier wird keine nüchterne Ar­gu­men­ta­tion von einerseits und an­de­rer­seits betrieben, sondern in die Vol­len gegangen.

Alkoholkonsum hat in Deutsch­land eine lange Tra­di­tion. Bereits die alten Ger­ma­nen gingen mit Alkohol relativ locker um: Schrien ihre Babys zu lange, wur­­den die Schnuller kurzerhand in Bier getaucht, um für einen tie­fen Schlaf zu sorgen. Und selbst in wich­ti­gen politischen Abkommen, wie dem Versailler Vertrag von 1919, in dem verklausuliert wurde, dass die Wa­­­renbezeichnung Cognac nicht mehr für deutsche Produkte ver­wen­det werden darf, erhielt der Alkohol sei­­nen Platz.

Kli­schees bezüglich al­ko­hol­ab­sti­nenter Studenten reichen vom braven, ver­ant­wor­tungs­be­wussten Chauffeur vom Dienst bis zum stubenhockenden Griesgram, der An­deren den Spaß verderben möch­­te. Für letzteres lieferte eine Stu­die aus Norwegen Belege. Bei der Be­­fra­gung von knapp 40.000 Men­schen zeig­te sich, dass sowohl starke Al­­ko­ho­liker als auch vollkommene Nicht­­­trin­ker häufiger depressiv wa­ren, als mo­derate Trinker.

Service

„qlearning“ setzt auf Schwarmintelligenz. Die Entwickler der kostenlosen Smartphone App möchten das Klausurwissen von Studierenden über Stadtgrenzen und Generationen hinweg vernetzen.

Ab dem kommenden Wintersemester fahren auch Leipzigs Uni-Studenten mit ihrem Semsterticket durch den Citytunnel. Mit 61,66 Prozent stimmten sie für die Einführung des Volltickets des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV). Dieses wird im gesamten Gebiet des MDV gelten, also für Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen und Nahverkehrszüge. Der Stura der Universität Leipzig hatte Ende Januar eine Online-Befragung durchgeführt, bei der sich die Studenten zwischen dem MDV-Ticket und dem noch geltenden Sockel-Ticket der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) entscheiden konnten.

Der Stura der Uni Leipzig lässt in dieser Woche wieder über die Zukunft des Semestertickets abstimmen. Erst vor zwei Jahren hatte sich eine Mehrheit der Befragten für das LVB-Sockelbeitragsmodell ausgesprochen. Neben diesem steht ein Vollticket des Mitteldeutschen Verkehrsbundes (MDV) zur Wahl.

Perspektive

Christian Stangl und Alexander Huber zählen zu den Extremalpinisten. Der eine hat bereits die drei höchsten Berge aller sieben Kontinente erklommen – zumeist im Laufschritt –, der andere ist Free Climber mit Neigung zum Extrem. Auf einer Veranstaltung eines Leipziger Reiseanbieters berichteten die beiden am Wochenende über ihre Abenteuer.

Da zwinkert er. Napoleon Bonaparte. Selbstgekrönter französischer Kaiser, gewiefter Feldherr, Despot. Und nun auch Werbeträger. Das rechte Auge zugekniffen, die linke Hand obligatorisch in der Oberbekleidung gesteckt blickt er von den Werbeplakaten der Leipziger Verkehrsbetriebe. Mit der "BonaCard", natürlich für 18,13 Euro erhältlich, können Gäste des Völkerschlachtjubiläums vier Tage lang durch Leipzig fahren. Und Gäste sollen Mitte Oktober möglichst viele nach Leipzig kommen, wenn es nach dem Willen des Stadt und ihrer Marketing GmbH geht.

Unweit des Völkerschlachtdenkmals steht ein riesiger grauer Findling. Die Inschrift ist nicht mehr zu lesen, seine Bedeutung nahezu vergessen. Er wirkt wie ein Relikt aus längst vergessenen Zeiten. Bis zur Entfernung im Jahr 1949 befand sich die Inschrift „Deutsche, Gedenkt Eurer Kolonien“ auf dem Stein. Ursprünglich sollte dort ein Denkmal zu Ehren der in den Kolonien gefallenen Soldaten entstehen. Aufgrund des Verlustes der Kolonien im Ersten Weltkrieg errichtete man stattdessen 1918 diesen Gedenkstein.

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02. März 2015 - 22:46 Uhr
02. März 2015 - 15:39 Uhr
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24. Februar 2015 - 21:09 Uhr

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Kostprobe

Nach Weltkriegsfilmen wie „The Flag of our fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ aus dem Jahr 2006